185 Kinder in Bergisch Gladbach erhalten keinen OGS-Platz trotz Anmeldung
Adelinde Walter185 Kinder in Bergisch Gladbach erhalten keinen OGS-Platz trotz Anmeldung
Bergisch Gladbach steht vor wachsendem Mangel an Betreuungsplätzen in der Offenen Ganztagsschule
Ab dem kommenden Schuljahr werden 185 Kinder in Bergisch Gladbach trotz elterlicher Anmeldung keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS) erhalten. Ursache sind begrenzte Kapazitäten und der Ausbau gesetzlicher Anspruchsrechte auf Betreuung.
Aktuell stehen in Moitzfeld nur 140 Plätze für 240 Schülerinnen und Schüler zur Verfügung – das deckt etwa 58 Prozent des Bedarfs. Allein an der GGS Moitzfeld werden 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch auf Betreuung ohne Platz bleiben. Zwar plant die Stadt, an der GGS Heidkamp eine verlängerte Betreuung einzuführen, doch dies würde lediglich zehn zusätzliche Plätze schaffen und den künftigen Anspruch auf acht Stunden tägliche Betreuung nicht erfüllen.
Das aktuelle Angebot läuft von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr, wobei Eltern monatlich 70 Euro pro Kind zahlen. Doch dies entspricht nicht dem kommenden bundesweiten Standard: Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Grundschulkinder in Deutschland Anspruch auf eine ganztägige Betreuung, beginnend mit den Erstklässlern.
Ohne OGS-Plätze müssen 185 Familien ab 11:30 Uhr alternative Betreuungslösungen organisieren. Unter ihnen befinden sich 32 Kinder mit gesetzlichem Anspruch, für die die Stadt aufgrund räumlicher Engpässe jedoch keine Kapazitäten hat.
Die Situation wird sich voraussichtlich verschärfen, da die gesetzlichen Ansprüche bundesweit ausgeweitet werden. Familien in Bergisch Gladbach müssen sich nach anderen Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder umsehen – die aktuellen Pläne der Stadt schließen die Lücke zwischen Nachfrage und verfügbaren Plätzen nicht.
