AfD gewinnt bei Migranten: Polnischstämmige und Spätaussiedler zeigen überraschende Zustimmung
Adelinde WalterAfD gewinnt bei Migranten: Polnischstämmige und Spätaussiedler zeigen überraschende Zustimmung
Eine neue Studie offenbart verschobene politische Loyalitäten unter Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die AfD hat in einigen Gruppen spürbar an Zuspruch gewonnen, während traditionelle Parteien Rückgänge verzeichnen. Die Erkenntnisse stammen aus einer Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung und zeigen deutliche Unterschiede im Wahlverhalten je nach Herkunft.
Die AfD liegt nun bei zwei zentralen Gruppen an der Spitze: bei Menschen mit polnischen Wurzeln und bei Spätaussiedlern. Unter den Nachkommen polnischer Herkunft erreicht die Partei 33 Prozent Zustimmung – vor der Union (CDU/CSU) mit 25 Prozent und der SPD mit 17 Prozent. Auch bei Spätaussiedlern führt die AfD mit 31 Prozent, gefolgt von der Union mit 25 Prozent.
Die Unterstützung für die AfD variiert jedoch stark nach Herkunft. Bei Deutschtürken liegt die Partei bei nur 8 Prozent – gleichauf mit den Grünen –, während die SPD mit 35 Prozent dominiert. Bei Russlanddeutschen zeigt sich dagegen die stärkste Unterstützung für die SPD mit 43 Prozent; Union und AfD folgen jeweils mit 14 Prozent.
Die Studie führt diese Unterschiede auf divergierende Einstellungen zur Migration zurück. Zudem verweist sie auf den jüngsten Wahlerfolg der AfD in Nordrhein-Westfalen, wo sie in mehreren Ruhrgebietsstädten Zweitplatzierte wurde und in Hagen sogar den ersten Platz belegte.
Unterdessen hat die Union bei Menschen mit polnischen und russischen Wurzeln an Boden verloren. Die SPD hingegen konnte ihre Position bei russischen Wählern ausbauen.
Die Ergebnisse bestätigen die wachsende Anziehungskraft der AfD in bestimmten Migrantengruppen. Polnischstämmige und Spätaussiedler unterstützen die Partei mittlerweile stärker als jede andere, während türkisch- und russlanddeutsche Wähler weniger aufgeschlossen sind. Diese Verschiebungen spiegeln sich in veränderten politischen Prioritäten wider – insbesondere in der Migrationsfrage – und könnten die künftigen Wahlen prägen.






