30 March 2026, 16:40

Anna Netrebkos umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper polarisiert

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Anna Netrebkos umstrittenes Comeback an der Berliner Staatsoper polarisiert

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Aufführung markierte ihre Rückkehr auf die deutsche Bühne nach Jahren der Kontroverse um ihre angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin. Während das Publikum mit begeistertem Applaus, aber auch vereinzelten Buhrufen reagierte, machten Proteste vor dem Opernhaus die anhaltenden Spannungen deutlich.

Am Premierenabend betrat Netrebko unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola die Bühne und erhielt für ihre Darstellung starken Beifall. Doch die Stimmung war gespalten: Einige Zuschauer äußerten ihre Missbilligung mit Pfiffen. Die Inszenierung von Rafael R. Villalobos bezog moderne Elemente ein, darunter queere Ballroom-Kultur und Anspielungen auf die AIDS-Krise, und verleiht damit Verdis Klassiker eine zeitgenössische Note.

Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten, die ukrainische Flaggen schwenkten und Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat" skandierten. Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, deren Auftritt 2021 in Moskau – wo sie sich öffentlich mit Putin zeigte – im Westen auf scharfe Ablehnung stieß. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine brachen viele Opernhäuser die Zusammenarbeit mit ihr ab, doch seither gelingt ihr ein vorsichtiges Comeback in Deutschland und den USA.

Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verteidigte die Besetzung Netrebkos mit dem Hinweis, die Sängerin habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Kriegsbeginn nicht dorthin zurückgekehrt. Dennoch lehnen ukrainische Aktivistengruppen und einige Kultureinrichtungen ihre Auftritte weiterhin ab. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, gastierte bereits früher an der Staatsoper Unter den Linden – ihr jüngster Auftritt steht jedoch weiterhin unter kritischer Beobachtung.

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Die Premiere von Un ballo in maschera hat die Debatte über Netrebkos Stelle in der Opernwelt neu entfacht. Zwar wurde ihre gesangliche Leistung gelobt, doch die Proteste und die gespaltene Reaktion des Publikums zeigen, dass die Kontroverse um ihre politischen Verstrickungen ungelöst bleibt. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, deutet auf ein zaghaftes Comeback hin – doch der Widerstand bleibt laut.

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