Apothekerkammer stoppt geplante Telemedizin-Kabine in Winterberg kurz vor Eröffnung
Songül EigenwilligApothekerkammer stoppt geplante Telemedizin-Kabine in Winterberg kurz vor Eröffnung
Geplante Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke Winterberg von der Apothekerkammer gestoppt
Die geplante Installation einer Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde kurz vor der Neueröffnung des Betriebs und der für den 18. Dezember vorgesehenen Inbetriebnahme von der zuständigen Apothekerkammer untersagt.
Jürgen Schäfer, der scheidende Inhaber der Apotheke, hatte eine Medivise-Telemedizin-Kabine erworben, um sie im täglichen Betrieb einzusetzen – etwa für die Ausstellung von Wiederholungsrezepten oder zur Entlastung von unnötigen Notaufnahme-Besuchen. Die Installation war für den 18. Dezember geplant, einen Tag vor der offiziellen Wiedereröffnung der Apotheke.
Die Apothekerkammer entschied jedoch, dass die Kabine nicht im öffentlich zugänglichen Bereich der Apotheke aufgestellt werden dürfe. Begündet wurde dies mit rechtlichen Bedenken: Eine ärztliche Sprechstunde in einer Apotheke verstoße gegen geltende Vorschriften und könnte eine unzulässige Patientenlenkung darstellen. Jasmin Ennulath, Schäfers Nachfolgerin, erhielt das Verbot kurz nach ihrer Übernahme der Apotheke.
Tobias Leipold, Mitgründer und Chief Strategy Officer (CSO) von Medivise, widerspricht der Entscheidung. Er sieht keine rechtlichen Hürden für die Aufstellung der Kabine und verweist auf § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs (SGB V), der ausdrücklich telemedizinische Beratungen in Apotheken erlaubt.
Nach dem Beschluss der Kammer bleibt die Kabine vorerst ungenutzt. Die Apotheke muss nun entscheiden, ob sie gegen die Entscheidung rechtlich vorgehen oder das Projekt aufgeben will. Der Fall zeigt die anhaltende Diskussion um die Integration von Telemedizin in öffentlichen Apotheken auf.






