19 June 2026, 00:27

Bayreuther Festspiele sagen Friedman-Veranstaltung ab – und rudern zurück

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele sagen Friedman-Veranstaltung ab – und rudern zurück

Die Bayreuther Festspiele stehen in der Kritik, nachdem sie eine nicht öffentlich angekündigte Veranstaltung mit Michel Friedman abgesagt haben. Die Nachricht von der Absage erschien erstmals in der Süddeutschen Zeitung und löste eine öffentliche Kontroverse aus. Friedman warf den Festspielen vor, ihr Engagement mit Richard Wagners Antisemitismus herunterzuspielen.

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Die Gespräche über die Veranstaltung begannen bereits vor über einem Jahr. Christian Thielemann bestätigte, er habe zwar mit Friedman gesprochen, die Pläne aber wegen terminlicher Überschneidungen nie konkretisiert. Katharina Wagner erklärte später, Sicherheitsbedenken hätten zur Absage geführt.

Die Festspiele setzen sich seit Langem mit ihrer Verbindung zum Nationalsozialismus auseinander. Mit Gedenkstelen und Symposien wurde die eigene Vergangenheit aufgearbeitet. Auch in Inszenierungen wie Katharina Wagners Die Meistersinger oder Barrie Koskys Version, die in einem Nürnberger Prozessaal spielt, wurde Richard Wagners Antisemitismus direkt thematisiert.

Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich die musikalische Ausrichtung des Festivals. Dennoch entschied man sich zunächst gegen Friedmans Veranstaltung. Nach dem aufkeimenden Streit entschuldigten sich die Veranstalter bei Friedman und kündigten an, die Planung nun doch wie vorgesehen umzusetzen.

Die Festspiele betonen weiterhin ihr Bekenntnis zur Aufarbeitung historischer und ethischer Fragen. Die Entschuldigung an Friedman und die Wiederaufnahme der Veranstaltung beenden den aktuellen Eklat. Das Programm wird nun mit Friedmans Beteiligung fortgeführt.

Quelle