Bergisch Gladbach ringt um OGS-Plätze für das Schuljahr 2026/27 – Eltern in der Warteschleife
Cynthia MatthäiBergisch Gladbach ringt um OGS-Plätze für das Schuljahr 2026/27 – Eltern in der Warteschleife
Bergisch Gladbach kämpft um ausreichende Nachmittagsbetreuung für das Schuljahr 2026/27
Mit dem nahenden Schuljahr 2026/27 sieht sich Bergisch Gladbach vor große Herausforderungen gestellt, den Bedarf an Offener Ganztagsschule (OGS) zu decken. Obwohl Erstklässler ab dem kommenden Jahr einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenlosen Betreuungsplatz haben, fehlen in mindestens drei Grundschulen bereits jetzt ausreichend Kapazitäten. Eltern stehen vor Unsicherheiten – wichtige Entscheidungen werden erst Ende November getroffen, die endgültige Zusage für Plätze ist erst im März zu erwarten.
Ab dem nächsten Jahr haben alle Erstklässler in Bergisch Gladbach zwar einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz, doch die Stadt kann nicht garantieren, dass jedes Kind einen Platz erhält. An mindestens drei Schulen – der GGS Heidkamp, der GGS Moitzfeld und der KGS Frankenforst – besteht bereits jetzt ein gemeinsamer Mangel von 40 Plätzen. Zwar bieten 20 weitere Grundschulen kostenlose OGS-Angebote an, doch die Nachfrage wird das Angebot voraussichtlich bei Weitem übersteigen.
Die Stadt hat zwar Kriterien für die Vergabe der begrenzen Plätze festgelegt, doch die genauen Regeln stehen noch nicht fest. Eltern wählen derzeit Schulen aus, ohne zu wissen, ob dort überhaupt OGS-Plätze verfügbar sein werden. Die Verwaltung gibt offen zu, dass noch nicht absehbar ist, wie viele Plätze für 2026/27 zur Verfügung stehen werden – die Planungen dauern voraussichtlich bis Ende November an.
Doch selbst mit dem gesetzlichen Anspruch könnten Familien leer ausgehen. Die aktuelle Versorgungsquote liegt bei nur 77 Prozent – deutlich unter den 94 Prozent Nachfrage und auch unter dem angestrebten Ziel von 81 Prozent. Bauliche Erweiterungen haben den Druck bisher nicht lindern können, sodass viele Eltern in einer Zwickmühle stecken. Klärung über die Platzvergabe könnte es erst nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Dezember geben, die endgültigen Bescheide werden voraussichtlich erst Ende März verschickt.
Die Situation birgt Risiken: Sollte die Stadt bis 2029 nicht genug OGS-Plätze bereitstellen, drohen Klagen oder Entschädigungsforderungen. Da der Unterricht für Erstklässler bereits gegen 11:30 Uhr endet, sind berufstätige Eltern auf die Nachmittagsbetreuung angewiesen – doch viele könnten ohne Alternative dastehen.
Eltern in Bergisch Gladbach müssen monatelang auf Klarheit warten. Dass die Stadt weder die genaue Anzahl der Plätze nennen noch die Vergaberegeln finalisieren kann, zwingt Familien zu einer Planung im Blindflug. Ohne schnelle Lösungen könnten die Engpässe bestehen bleiben – und einige Kinder würden trotz ihres gesetzlichen Anspruchs ohne garantierte Betreuung dastehen.






