Bielefelder Bande soll jahrelang Kunden mit Fake-Rechnungen betrogen haben
Adelinde WalterBetrugsvorwürfe: Überteuerte Rechnungen, Kein Service - Bielefelder Bande soll jahrelang Kunden mit Fake-Rechnungen betrogen haben
Fünf Männer aus Bielefeld im Alter zwischen 28 und 33 Jahren müssen sich nun wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, über Jahre hinweg einen systematischen Betrug mit gefälschten oder stark überteuerten Dienstleistungen betrieben zu haben. Mehr als 400 Kundenbeschwerden führten schließlich zu ihrer Festnahme im September 2024.
Die Gruppe soll vor allem überhöhte Rechnungen für Schädlingsbekämpfung oder Rohrreinigungen ausgestellt haben. Häufig wurden die Arbeiten gar nicht ausgeführt oder nur mangelhaft erledigt. Wenn doch gearbeitet wurde, sollen laut Anklage unqualifizierte Kräfte zum Einsatz gekommen sein.
Ermittlern zufolge begann der Betrug im August 2018, als einer der Angeklagten ein Unternehmen anmeldete. Die Bande agierte sechs Jahre lang, meist im Hintergrund, gelegentlich führten sie die Dienstleistungen aber auch selbst durch. Ihre Mitarbeiter sollen dabei über keine ausreichende Ausbildung verfügt haben.
Kunden wurden unter Druck gesetzt, sofort bar oder per Karte zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft hat 167 Straftaten mit einem Schaden von rund 113.500 Euro nachweisen können. Die Behörden vermuten jedoch, dass es sich dabei nur um einen Teil eines weitaus größeren Netzwerks handelt – mit möglichen Verbindungen zu anderen Banden in ganz Deutschland.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen zwar 167 bestätigte Fälle, doch die Ermittler gehen davon aus, dass das wahre Ausmaß des Betrugs deutlich größer sein könnte. Die Opfer erlitten nicht nur finanzielle Verluste, sondern einige Immobilien wurden durch pfuschige Arbeiten sogar schwer beschädigt. Der Prozess soll nun das volle Ausmaß der Verstrickungen der Bande aufdecken.






