Bonn setzt auf KI-Kameras in Sporthallen – doch Datenschützer bremsen das Projekt
Adelinde WalterBonn setzt auf KI-Kameras in Sporthallen – doch Datenschützer bremsen das Projekt
Bonn installiert Kameras in zwei Sporthallen – Datenschutzbedenken verzögern Inbetriebnahme
Die Stadt Bonn hat in zwei Sporthallen Kameras installiert, um die Nutzungshäufigkeit zu erfassen. Ziel der Maßnahme ist es, ungenutzte Zeitfenster zu reduzieren, die entstehen, wenn Vereine Absagen nicht melden. Doch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes haben die Aktivierung des Systems verzögert.
Die Kameras wurden am 14. Oktober 2025 montiert, bleiben jedoch vorerst abgeschaltet, während die Diskussionen andauern. Die Geräte zeichnen weder Bilder noch Videos auf – sie erfassen lediglich eine KI-gestützte Auslastungsstatistik der Hallen. Laut der Rechtsabteilung der Stadt und dem Datenschutzbeauftragten werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert.
Ein Sportverein, Rot-Weiß Bonn Röttgen, hat jedoch Widerspruch eingelegt. Die Sorge: Es könnten versehentlich Aufnahmen von Kindern entstehen und im Internet landen. Die Stadt reagierte mit dem Plan, alle Vereine in einem Informationsschreiben aufzuklären und das System zunächst in der Hardtberghalle testweise einzuführen.
In der Sporthalle in Beuel läuft bereits ein ähnliches Kamerasystem ohne Probleme. Dennoch könnte der Streit mit Rot-Weiß Bonn Röttgen noch zu rechtlichen Schritten führen. Die Stadt betont, dass die Technologie ausschließlich der Auslastungskontrolle diene – und keinesfalls der Überwachung.
Die Kameras sollen Bonn helfen, die Buchung der Sporthallen effizienter zu gestalten. Sobald sie aktiviert werden, protokollieren sie lediglich, ob Räume genutzt werden – nicht jedoch wer sie nutzt. Nun steht die Stadt vor der Aufgabe, die Vereine zu überzeugen, bevor das System vollständig an den Start gehen kann.






