29 April 2026, 20:32

Deutsche Firmen scheitern an der digitalen Souveränität – trotz hoher Ziele

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Handy, Tablet), die sicher über Schlösser verbunden sind und den Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

Deutsche Firmen scheitern an der digitalen Souveränität – trotz hoher Ziele

Deutsche Unternehmen drängen auf mehr Kontrolle über ihre digitale Zukunft – doch viele bleiben weiterhin stark von ausländischen Anbietern abhängig. Eine neue Studie zeigt: Zwar halten 92 Prozent der Unternehmen digitale Souveränität für entscheidend, doch nur ein kleiner Teil verfügt über konkrete Pläne. Die Erkenntnisse stammen aus dem Digital-Souveränitäts-Index (DSI), einer gemeinsamen Untersuchung des IT-Dienstleisters Adesso und des Handelsblatt Research Institute.

Der durchschnittliche Reifegrad deutscher Firmen in Sachen digitaler Souveränität liegt bei 65,8 Prozent. Das bedeutet: Die meisten Unternehmen haben zwar Fortschritte gemacht, sind aber nach wie vor auf nicht-europäische Anbieter für zentrale Technologien wie Cloud-Computing, Software und künstliche Intelligenz angewiesen.

Mehr als drei Viertel der Befragten streben einen Souveränitätsgrad von 77,8 Prozent an – keine vollständige Unabhängigkeit, aber genug, um kritische Abhängigkeiten zu verringern. Trotz dieses Ehrgeizes hat jedoch nur jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) eine eigenständige Strategie entwickelt. Stattdessen überlassen 46 Prozent das Thema ihren IT-Abteilungen, die sich oft nur auf Cloud-Dienste und Sicherheit konzentrieren.

Die Einbindung der Unternehmensführung bleibt begrenzt: Nur 25 Prozent der befragten Unternehmen weisen die Verantwortung für digitale Souveränität der Geschäftsleitung zu. Dennoch sind 80 Prozent bereit, für souveräne Lösungen einen Aufpreis zu zahlen – im Schnitt 17 Prozent mehr. Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender von Adesso, betonte, dass digitale Souveränität längst kein Optionalthema mehr sei. Sie sei vielmehr ein zentraler Treiber für Wachstum und langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einer global vernetzten Wirtschaft.

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Die Studie definiert digitale Souveränität als Kombination aus Selbstbestimmung, strategischen Partnerschaften und Resilienz. Sie unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, globale Vernetzung mit größerer Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur in Einklang zu bringen.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung: Zwar erkennen die meisten Firmen die Bedeutung digitaler Souveränität an, doch nur wenige gehen über grundlegende IT-Maßnahmen hinaus. Angesichts der Bereitschaft, in souveräne Alternativen zu investieren, wird die nächste Herausforderung darin bestehen, das Bewusstsein in strukturierte, unternehmensweite Strategien umzuwandeln.

Quelle