Dinslakens erstes Stadtgespräch: Bürger diskutieren Haushaltskrise und Steuerpläne
Songül EigenwilligDinslakens erstes Stadtgespräch: Bürger diskutieren Haushaltskrise und Steuerpläne
Dinslakens erstes Stadtgespräch fand am 11. März 2026 im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld statt. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger trafen sich mit Bürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae, um über drängende Themen zu diskutieren – darunter die angespannte Haushaltslage der Stadt und anstehende Projekte. Die Veranstaltung markierte den Start einer neuen Initiative, um den Austausch zwischen Kommunalpolitik und Bürgerschaft zu verbessern.
Im Mittelpunkt stand das chronisch defizitäre Stadtbudget, das durch ein strukturelles Minus von mehreren Millionen Euro belastet wird – angesammelt in den vergangenen fünf Jahren. Seit Anfang der 2020er-Jahre setzt Dinslaken auf Sparmaßnahmen: Stellen wurden abgebaut, Leistungen gekürzt, um die Haushaltslücke zu schließen. Thomae skizzierte weitere Einsparpläne, darunter eine mögliche Erhöhung der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke), allerdings ohne abschließende Beschlüsse.
Die Anwesenden äußerten Bedenken zu den geplanten Steuererhöhungen, internen Verwaltungsreformen und der Zukunft der örtlichen Eishalle. Fragen gab es auch zu Verzögerungen beim Schulbau, hoher Krankheitsquote in Stadtverwaltungen und ob frühere Maßnahmen die aktuelle Finanznot hätten abwenden können. Ein Teilnehmer betonte, dass das neue Dialogformat dabei helfe, die Menschen in Dinslaken wieder enger zusammenzubringen.
Trotz der Haushaltsengpässe verwies Bürgermeister Panke auf anstehende Vorhaben: Die EBGS-Schule erhält eine neue Turnhalle, die Feuerwehrwache in Eppinghoven wird saniert. Zudem wurden der kürzlich fertiggestellte Schulcampus in Hiesfeld und die laufende Umrüstung der Straßenlaternen auf energieeffiziente LED-Technik erwähnt. Daraufhin laufen Vertragsverhandlungen mit den Wasserverbänden Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV), um das Gelände des Hiesfelder Freibads weiterzuentwickeln.
Am 26. März stimmt der Stadtrat über den Haushalt 2026 ab. Ein weiteres Stadtgespräch ist für den Herbst geplant – als Teil der Bemühungen um mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung.
Die Veranstaltung bot den Dinslakenern eine Plattform, um vor der Haushaltsabstimmung ihre Sorgen zu äußern. Angesichts möglicher Steuererhöhungen und Leistungsanpassungen sucht die Stadt nach Lösungen für die langjährigen Finanzprobleme – ohne dabei notwendige Infrastrukturprojekte aus den Augen zu verlieren. Eine Fortsetzung des Dialogs ist noch in diesem Jahr vorgesehen, um den Austausch zu vertiefen.