Düsseldorf stoppt Milliardenspiel: Das teuerste Opernhaus Deutschlands fällt aus
Cynthia MatthäiDüsseldorf stoppt Milliardenspiel: Das teuerste Opernhaus Deutschlands fällt aus
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Die Entscheidung fiel, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodierten – ein Betrag, der den städtischen Haushalt bei Weitem überstieg. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Projekt offiziell und begründete dies mit finanziellen Bedenken.
Ursprünglich sollte das Düsseldorfer Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernes Design ersetzt werden. Doch der geschätzte Preis verdoppelte sich nahezu und erreichte schließlich 1,8 Milliarden Euro. Auch eine vollständige Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus wurde in Betracht gezogen, wobei die Kosten auf 400 bis 500 Millionen Euro veranschlagt wurden. Angesichts dieser Zahlen griff Oberbürgermeister Keller ein und stoppte den Snøhetta-Entwurf.
Das Gelände am Wehrhahn, das ursprünglich für den Neubau vorgesehen war, ist nun wieder im Besitz der Stadt. Düsseldorf hatte es für 137 Millionen Euro erworben. Als Alternative bietet das Konzept „Blau-Grüner Ring“ des Büros raumwerk eine kostengünstigere Lösung im Vergleich zu Snøhettas aufwendigem Plan.
Unterdessen steht auch die Zukunft des Rostocker Volkstheaters, das 1943 erbaut wurde, in den Sternen. Die regierende CDU schlug vor, das Gebäude abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat große Teile des Theaters unter Schutz gestellt. Die Spielstätte ist von historischer Bedeutung, da hier 1965 die Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade stattfand.
Mit der Düsseldorfer Entscheidung wird das Snøhetta-Opernhaus nicht realisiert. Die Stadt bleibt Eigentümerin des Wehrhahn-Geländes und könnte nun nach bezahlbareren Alternativen suchen. In Rostock erschwert der Denkmalschutz des Volkstheaters die Pläne für Abriss und Neubau.






