Evonik-Chef Kullmann kehrt beim EU-Emissionshandel überraschend um
Cynthia MatthäiEvonik-Chef Kullmann kehrt beim EU-Emissionshandel überraschend um
Evonik-Chef Christian Kullmann hat seine Haltung zum EU-Emissionshandelssystem (ETS) geändert. Nach früheren Forderungen nach dessen Abschaffung unterstützt er das System nun unter bestimmten Bedingungen. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese setzte er sich kürzlich in einem Gastbeitrag für praktikable Reformen ein.
Kullmann hatte das ETS lange kritisiert und argumentiert, es bedürfe entweder einer radikalen Reform oder einer vollständigen Abschaffung. Im späten November 2023 änderte er seine Position, doch bleibt unklar, wie sich dies auf die Gespräche der Industrie mit der Europäischen Kommission auswirkte.
Die Kommission wird an diesem Mittwoch erste Pläne zur ETS-Reform vorlegen. Zu den zentralen Änderungen gehört die dauerhafte Streichung von Zertifikatsstreichungen im Marktstabilitätsreservoir (MSR). Auch die Anpassung der Benchmarks soll die chemische Industrie besser berücksichtigen.
In ihrem Gastbeitrag für das Handelsblatt plädierten Kullmann und Liese für kluge Kompromisse statt grundlegender Umwälzungen. Sie betonten die Notwendigkeit ausgewogener Lösungen, die Umweltziele wahren, ohne die Industrie übermäßig zu belasten.
Die Reformen werden die Verwaltung und Bemessung von Emissionszertifikaten verändern. Chemieunternehmen wie Evonik könnten von den angepassten Regeln profitieren. Die Vorschläge der Kommission gehen nun in die nächste Runde der Debatten und müssen noch verabschiedet werden.






