11 May 2026, 00:35

Fußgängerzone in Münster: Warum der umstrittene Plan jetzt scheitert

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Hong Kong, hält Protestschilder und hat Bäume und glasummantelte Gebäude auf der rechten Seite und Fahrzeuge auf der linken Seite.

Fußgängerzone in Münster: Warum der umstrittene Plan jetzt scheitert

Ein aktueller Vorschlag, einen Teil der Wilhelm-Bockelmann-Straße in Münster zur Fußgängerzone umzuwandeln, hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die SPD-Fraktion hatte die Maßnahme vorgeschlagen, um das Gastronomieangebot im Freien zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern – doch Unternehmergegenwehr ließ nicht lange auf sich warten. Nach massiver Kritik scheint der Plan nun vorerst vom Tisch zu sein.

Die Diskussion entstand im Rahmen der Veranstaltung „Wirtschaft trifft Politik“, organisiert von der Aktionsgemeinschaft Münster (AGM). Unternehmerinnen, Unternehmer und lokale Politiker tauschten sich dort über Grundsteuern und Strategien zur Belebung der Innenstadt aus. Wernhard Helms veranschaulichte die Problematik mit Fotos von leerstehenden Läden entlang der Wilhelm-Bockelmann-Straße und betonte, dass mehr Kundschaft statt Verkehrseinschränkungen nötig sei.

Die SPD wollte einen Abschnitt der Straße für Autos sperren, um Platz für Fußgänger und Außenbestuhlung zu schaffen. Doch die Wirtschaft lehnte ab: Eine solche Maßnahme werde keine zusätzlichen Käufer anlocken, hieß es. AGM-Vorsitzende Maria Plaschka kritisierte den Vorschlag als unausgereift und monierte, dass wichtige Akteure nicht einbezogen worden seien. Zudem verwies sie auf die Herausforderungen der Stadtentwicklungspläne angesichts knapper werdender Haushaltsmittel.

Als Reaktion kündigte der SPD-Politiker Marco Tews an, den Antrag zurückzuziehen. Er betonte, dass es nie die Absicht gewesen sei, der Wirtschaft zu schaden. Die AGM schlug stattdessen einen anderen Weg vor: einen Förderfonds, der neuen Einzelhändlern die Miete für die ersten Monate übernimmt.

Trotz der besorgniserregenden Leerstände brachte die Veranstaltung immerhin einen neuen Dialog zwischen Wirtschaft und Politik in Gang. Mit dem gescheiterten Fußgängerzonen-Projekt rückt nun die AGM-Initiative zur Mietkostenübernahme in den Fokus. Die Diskussion über die Zukunft der Münsteraner Innenstadt geht weiter – konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus.

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