30 March 2026, 10:35

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern gesellschaftlichen Wandel

Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße und hält ein 'Solidarität und Feminismus'-Schild, mit geparkten Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern gesellschaftlichen Wandel

Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag im Bonner Stadtzentrum, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und mehr Engagement in dieser Frage zu fordern. Der Protest folgte einer größeren Kundgebung in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen für dasselbe Anliegen auf die Straße gegangen waren. Beide Veranstaltungen spiegeln die wachsende öffentliche Empörung über das Problem in der Rheinregion wider.

Die Bonner Demonstration wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Über 500 Menschen füllten den Marktplatz vor dem alten Rathaus und forderten besseren Schutz für Frauen. Jeder Redner betonte, dass Männer mehr Verantwortung übernehmen und entschlossener gegen Frauenfeindlichkeit vorgehen müssten.

Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen jüngste Äußerungen zu sexualisierter Gewalt. Achtermeyer forderte zudem strengere Gesetze zum Schutz von Frauen – ein Vorschlag, der vom Publikum mit lautem Applaus bedacht wurde. Dagegen stießen die Forderungen weiblicher CDU-Politikerinnen der Frauen-Union nach besseren Schutzmaßnahmen auf eine eher verhaltene Reaktion.

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Die Proteste finden vor dem Hintergrund einer erneuten Debatte über digitale Gewalt statt, die durch eine Spiegel-Recherche zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst wurde. Fernandes wirft Ulmen vor, in ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt, Hunderte Männer kontaktiert und intime Fotos und Videos unter ihrer Identität verbreitet zu haben. Der Spiegel hatte diese Vorwürfe erstmals im März 2024 veröffentlicht, woraufhin die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen wegen Belästigung wiederaufnahm. Seitdem haben sich Produktionsfirmen und Kollegen öffentlich von Ulmen distanziert und Fernandes ihre Unterstützung ausgesprochen.

Die Kundgebungen in Köln und Bonn zeigen die weitverbreitete Frustration über sexualisierte Gewalt in der Region. Veranstalter und Teilnehmer drängen auf rechtliche Reformen und einen gesellschaftlichen Wandel, um das Problem zu bekämpfen. Der Fall Fernandes und Ulmen hat die Forderungen nach Konsequenzen bei digitaler Gewalt zusätzlich verschärft.

Quelle