20 March 2026, 16:34

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – NRW-Studie schlägt Alarm

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – NRW-Studie schlägt Alarm

Neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt wachsende Unzufriedenheit junger Menschen mit der Demokratie

Nur die Hälfte der Befragten ist mit der Funktionsweise des politischen Systems zufrieden. Das geht aus dem dritten Demokratie-Bericht der Landeszentrale für politische Bildung hervor, der einen besorgniserregenden Trend in den politischen Einstellungen aufzeigt.

Die Studie belegt einen deutlichen Rückgang der Demokratiezufriedenheit, insbesondere bei den unter 45-Jährigen. Am geringsten fällt die Zustimmung in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen aus. Gleichzeitig verbreiten sich undemokratische Ansichten: Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche eine starke Partei, die den "wahren Willen des Volkes" vertrete.

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Die Forscher teilten die Bevölkerung in drei Gruppen ein: 44 Prozent ordneten sich als "überzeugte Demokraten" ein, 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner". Die Studie betont zwar die zentrale Rolle von Schulen bei der Vermittlung demokratischer Werte, stellt jedoch fest, dass klassische politische Bildung kaum gegen die rasante Online-Radikalisierung ankommt.

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnte vor der zunehmenden Konfrontation junger Menschen mit Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz. Radikalisierung finde in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities statt, so Prien. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der Parteien wie CDU/CSU und SPD für schärfere Regulierungen sozialer Medien werben – etwa durch Altersbeschränkungen.

Der Bericht fordert eine Stärkung der politischen Bildungsangebote, um die Lücken zu schließen. Besonders wichtig seien bessere Instrumente, die junge Menschen dabei unterstützen, sich sicher in digitalen Räumen zu bewegen.

Die Ergebnisse unterstreichen einen Wandel in den politischen Haltungen: Immer weniger junge Menschen vertrauen demokratischen Institutionen. Schulen und Politiker stehen nun unter Druck, die politische Bildung an die Herausforderungen der digitalen Radikalisierung anzupassen. Angesichts wachsender Sorgen dürfte die Debatte über die Regulierung sozialer Medien weiter an Fahrt aufnehmen.

Quelle