16 March 2026, 16:38

Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt ungebrochen

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt ungebrochen

Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen – doch der langfristige Mitgliederschwund hält an

In Nordrhein-Westfalen verlassen weniger Menschen die katholische Kirche als in den Vorjahren. Die offiziellen Zahlen für 2025 zeigen einen Rückgang der Austritte, doch die langfristige Entwicklung deutet weiterhin auf einen schrumpfenden Mitgliederbestand hin. Das Erzbistum Köln verzeichnete jedoch einige positive Signale, darunter einen leichten Anstieg der Messbesucherzahlen und mehr Erwachsene, die sich taufen ließen.

Im vergangenen Jahr traten 84.440 Personen formal aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus – weniger als die 86.946 Austritte im Jahr 2024 und ein weiterer Rückgang gegenüber den Vorjahren. Dennoch blieb die Gesamtzahl der Kirchenaustritte aus beiden großen Konfessionen in der Region mit 152.783 im Jahr 2025 hoch, nur leicht gesunken gegenüber 160.469 im Vorjahr.

Fachleute und Kirchenvertreter führen den anhaltenden Mitgliederschwund auf mehrere Faktoren zurück: die fortschreitende Säkularisierung, eine nachlassende religiöse Praxis insbesondere bei jüngeren Menschen sowie Unmut über die Haltung der Kirche zu gesellschaftlichen Themen – vor allem die Missbrauchsskandale und die Position zu LGBTQ+-Fragen. Zudem belasten wirtschaftliche Zwänge die Einnahmen aus der Kirchensteuer, was die Bindung an die Institution zusätzlich schwächt.

Doch im Erzbistum Köln deuten einige Zahlen auf vorsichtige Hoffnungsschimmer hin. Die Besucherzahlen bei den sonntäglichen Messen stiegen von 90.694 auf 94.638, auch wenn nur sechs Prozent der örtlichen Katholiken regelmäßig teilnahmen. Auch die Zahl der Erwachsenentaufen nahm zu – von 199 im Jahr 2024 auf 315 im vergangenen Jahr. Dennoch schrumpfte die katholische Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen weiter und sank von 5,8 auf 5,6 Millionen.

Nicht alle Beobachter bewerten die jüngsten Entwicklungen als bedeutsam. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die positiven Trends als bloße "Kosmetik" und verwies auf tiefgreifendere, ungelöste Herausforderungen.

Fazit: Weniger Austritte, aber weiter sinkende Mitgliederzahlen Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 zwar weniger Austritte, doch der allgemeine Mitgliederschwund setzt sich fort. Zwar konnte das Erzbistum Köln leichte Zuwächse bei den Messbesuchern und Erwachsenentaufen verzeichnen, doch der übergeordnete Trend zeigt eine anhaltende Entfremdung. Die Zahl der Katholiken in der Region liegt nun bei 5,6 Millionen – ein weiterer Rückgang gegenüber den Vorjahren.

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