16 March 2026, 10:39

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen

Noch in der zweiten Jahreshälfte 2024 könnte der Kölner Dom erstmals in seiner Geschichte Besuchern eine Eintrittsgebühr berechnen. Der Vorschlag stößt bereits jetzt auf scharfe Kritik. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, bezeichnete den Plan als "sehr problematisch" und warnte, er könnte den Charakter der weltberühmten Sehenswürdigkeit als offener Ort verändern.

Der Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Als eine der bekanntesten katholischen Kirchen der Welt war der Eintritt jahrhundertelang kostenlos. Nun argumentieren die Verantwortlichen, eine Gebühr könnte helfen, die Instandhaltung zu finanzieren und die steigenden Besucherzahlen besser zu bewältigen.

Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Mitteln an, betonte jedoch, dass Eintrittsgelder den Dom exklusiver wirken lassen könnten. Sie fürchtet, er könnte zu einem Ort werden, den sich nur wohlhabende Menschen leisten können. Ihre Bedenken spiegeln eine breitere Debatte in Deutschland wider, wo ähnliche Pläne für große historische Stätten in den vergangenen fünf Jahren auf geteilte Reaktionen gestoßen sind.

Während einige Kathedralen – darunter auch die Kölner – bereits für bestimmte Bereiche oder Führungen Gebühren erheben, würde eine allgemeine Eintrittspflicht eine deutliche Zäsur bedeuten. Schock-Werner warnte zudem, dass ein solcher Schritt Besucher abschrecken und die Rolle des Doms als öffentlicher Ort der Andacht und des kulturellen Erbes schwächen könnte.

Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest, doch die Umsetzung des Plans wird für das spätere Jahr 2024 erwartet. Sollte er kommen, würde er das Erlebnis von Millionen Menschen in einem der ikonischsten religiösen Bauwerke Deutschlands grundlegend verändern. Die Entscheidung könnte zudem künftige Diskussionen darüber prägen, wie sich Denkmalschutz und öffentlicher Zugang an anderen historischen Stätten in Einklang bringen lassen.

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