27 April 2026, 02:35

Kölner Stadträte verwalten Milliarden – doch ihre Bezüge bleiben bescheiden

Cartoon-Illustration von Menschen vor einem Gebäude unter einem bewölkten Himmel, mit Text unten: "Sir Cecils Budget für die Zahlung der Nationalverschuldung."

Kölner Stadträte verwalten Milliarden – doch ihre Bezüge bleiben bescheiden

Frisch gewählte Stadträte in Nordrhein-Westfalen bereiten sich auf ihre neuen Aufgaben vor – doch die Bezüge variieren stark zwischen den Kommunen. In Köln, wo der Rat über einen Haushalt von 6,5 Milliarden Euro wacht, fallen die Aufwandsentschädigungen im Vergleich zu anderen Großstädten wie München bescheiden aus. Gleichzeitig flammen mit Amtsantritt der neuen Vertreterinnen und Vertreter erneut Debatten über angemessene Vergütung und die finanzielle Belastung der Kommunen auf.

Die 90 Kölner Stadträte treten ihr Amt Anfang November an und verantworten einen der größten kommunalen Haushalte Deutschlands. Doch ihre Bezüge liegen deutlich unter denen ihrer Münchner Kollegen: In der bayerischen Metropole beginnen die Grundentschädigungen bei 3.244 Euro monatlich und steigen für Fraktionsvorsitzende auf bis zu 6.398 Euro. In Köln erhalten die Räte hingegen entweder eine Pauschale von 655,50 Euro oder eine Teilentschädigung von 530,40 Euro plus 26 Euro pro Sitzung – unabhängig von der Höhe des verwalteten Budgets.

Die Höhe der Aufwandsentschädigungen in Nordrhein-Westfalen richtet sich nach der Einwohnerzahl und wird durch Landesvorgaben geregelt. In kleineren Gemeinden wie Blankenheim beträgt die volle Entschädigung nur 234,60 Euro, in Haltern am See sind es 377,40 Euro. Einige Stadträte stocken ihr Einkommen auf, indem sie zusätzliche Ämter übernehmen – etwa in Aufsichtsräten städtischer Unternehmen oder als Landtagsabgeordnete.

Die finanziellen Folgen höherer Bezüge könnten die jährlichen kommunalen Ausgaben um Millionen erhöhen. In Köln steht unter anderem die Zukunft der Ost-West-Achse der Straßenbahn auf der Agenda: Diskutiert werden eine Rhein-Untertunnelung oder eine oberirdische Trasse. Zwar würden Bund und Land den Großteil der Tunnelkosten tragen, doch die kommunalen Haushalte stehen weiterhin unter Druck.

Christiane Martin, Fraktionsvorsitzende der Kölner Grünen, fordert eine Überprüfung des aktuellen Entschädigungssystems. Kritiker argumentieren, dass zu niedrige Bezüge potenzielle Kandidaten abschrecken könnten, während höhere Zahlungen die öffentlichen Finanzen zusätzlich belasten.

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Die neuen Amtsperioden unterstreichen die deutlichen Unterschiede bei der Vergütung von Stadträten in deutschen Großstädten. Während Kölner Politiker Milliarden an Steuergeldern verwalten, verdienen sie deutlich weniger als ihre Kollegen in München. Die Diskussion über eine faire Entlohnung bleibt damit aktuell – Reformen müssten künftig die finanzielle Tragfähigkeit der Kommunen mit den Anforderungen lokaler Politik in Einklang bringen.

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