10 April 2026, 16:34

Lehrlingszahlen in NRW sinken leicht – doch Fachkräftemangel bleibt akut

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik Deutschlands" unten.

Lehrlingszahlen in NRW sinken leicht – doch Fachkräftemangel bleibt akut

Lehrlingszahlen in Nordrhein-Westfalen leicht rückläufig – Fachkräftemangel bleibt hoch

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In Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Jahr leicht gesunken, doch der Bedarf an Fachkräften bleibt unverändert hoch. Unternehmen setzen weiterhin auf die betriebliche Ausbildung, um qualifizierte Mitarbeiter aufzubauen. Trotz des Rückgangs verzeichnen einige Regionen wie Krefeld nur geringe Einbußen bei den Neuabschlüssen.

Bis Ende Oktober registrierte die IHK Mittlerer Niederrhein 3.538 neue Ausbildungsverträge – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders gefragt waren Berufe wie Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für chemische Produktion, Verkäufer im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandelskaufleute.

Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich: In Krefeld sank die Zahl der Neuverträge lediglich um 0,52 Prozent auf 964 abgeschlossene Verträge. Im Kreis Viersen dagegen gab es einen deutlichen Rückgang um 11,94 Prozent, sodass nur noch 612 neue Ausbildungsverhältnisse zustande kamen.

Ein entscheidender Faktor für die künftige Entwicklung ist die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9). Dadurch werden 2026 voraussichtlich keine Abiturienten auf den Arbeitsmarkt strömen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die Abiturienten für eine Ausbildung gewinnen wollen, dann mit einem deutlichen Bewerbermangel konfrontiert sein könnten.

Trotz der Herausforderungen bleibt der Ausbildungsmarkt weiterhin ein Bewerbermarkt. Wie Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, betonte, gibt es mehr Ausbildungsplätze als junge Menschen, die sie besetzen wollen. Um dem entgegenzuwirken, werben die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit aktiv dafür, dass sich Jugendliche für eine Berufsausbildung entscheiden.

Der leichte Rückgang bei den Ausbildungsverträgen unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten, junge Menschen und Ausbildungsplätze zusammenzubringen. Angesichts der ausbleibenden Abiturjahrgänge 2026 könnten Unternehmen ihre Rekrutierungsstrategien anpassen müssen. Vorerst bleibt die betriebliche Ausbildung jedoch der zuverlässigste Weg für Arbeitgeber, um Fachkräfte langfristig zu sichern.

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