14 March 2026, 12:33

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Eine Karte von Belarus mit ihren Provinzen in Blau und Gelb auf einem weißen Hintergrund, die einen Text enthält.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist in einer Feierstunde in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis 2022 ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus, wo der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko weiterhin an der Macht bleibt. Kolesnikowa, die einst wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten inhaftiert war, lebt mittlerweile im Exil, nachdem ihr in Deutschland politisches Asyl gewährt wurde.

2020 stieg Kolesnikowa zu einer Schlüsselfigur der prodemokratischen Bewegung in Belarus auf. Ihr Widerstand gegen Lukaschenkos Regime führte zu einer elfjährigen Haftstrafe in einem Straflager. Trotz der harten Bedingungen blieb sie ein Symbol des Widerstands – selbst aus dem Gefängnis heraus bezeichnete sie den Karlspreis als "große Ehre" und ein "mächtiges Zeichen der Solidarität".

Im Dezember 2025 wurde sie nach US-vermittelten Verhandlungen freigelassen, die auch 122 weiteren politischen Gefangenen die Freiheit brachten. Lukaschenkos Regierung zeigt jedoch keine Anzeichen für Reformen. Stattdessen vertieft sie die diplomatischen Beziehungen zu Gruppen wie den Taliban, sieht sich wegen anhaltender Repression internationaler Kritik ausgesetzt – unter anderem durch die UN – und verschärft die digitale Isolation des Landes. Seit Kolesnikowas Freilassung gab es keine neuen Massenproteste.

Am 14. März 2026 nahm sie den Preis in der Aachener Krönungshalle entgegen. Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, begrüßte sie als "Symbol des Mutes für alle Kämpferinnen und Kämpfer der Demokratie in Europa". Die Preisverleihung rückte nicht nur ihren Einsatz in den Fokus, sondern lenkte auch den Blick auf die unveränderte politische Lage in Belarus unter Lukaschenko.

Kolesnikowa lebt heute in Deutschland, wo sie nach ihrer Haftentlassung Asyl erhalten hat. Der Karlspreis unterstreicht ihre Rolle im Kampf um demokratische Rechte in Belarus – doch Lukaschenkos Regime hält die Zügel weiterhin fest in der Hand. Seit ihrer Freilassung gab es keine Reformen, die Repression geht ungebremst weiter.

Quelle