Marls neuer Oberbürgermeister diskutiert Wirtschaftskrise und Chancen beim Business-Empfang
Harro PohlMarls neuer Oberbürgermeister diskutiert Wirtschaftskrise und Chancen beim Business-Empfang
Marls neu gewählter Oberbürgermeister Thomas Terhorst hat seinen ersten großen öffentlichen Auftritt beim Wirtschaftsempfang des Marl Business Club absolviert. Die Veranstaltung versammelte rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kommunalverwaltung in der Eventlocation La Victoria. In ihren Reden beleuchteten die Referenten sowohl die Herausforderungen als auch die Stärken der regionalen Wirtschaft in unsicheren Zeiten.
Uta Heinrich, Vorsitzende des Marl Business Club, eröffnete den Abend mit einer Begrüßung der Anwesenden. Sie verwies auf die massiven Belastungen, denen sich das nördliche Ruhrgebiet gegenübersieht – darunter explodierende Energie- und Rohstoffkosten sowie einen verschärften Wettbewerb. Diese Faktoren hätten bereits zu Kurzarbeit bei Unternehmen wie LANXESS geführt und würden bis 2028 zu Umstrukturierungen in der chemischen Industrie beitragen, so Heinrich.
Hauptredner Gerald Flanz, Finanzexperte, analysierte in seinem Vortrag, wie geopolitische Verschiebungen und Marktinstabilitäten die wirtschaftliche Landschaft prägen. Seine Ausführungen bildeten den Auftakt für Diskussionen über Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit in der Krise.
Oberbürgermeister Terhorst nutzte die Gelegenheit, um dem Marl Business Club für die Organisation der Veranstaltung zu danken. Er räumte ein, dass die lokale Wirtschaft unter steigenden Projektkosten und schrumpfenden Haushaltsmitteln leide. Gleichzeitig lobte er Marl als Stabilitätsanker in globalen Krisenzeiten – ein Verdienst, das er vor allem den mittelständischen Unternehmen der Stadt zuschrieb. Diese seien, so Terhorst, unverzichtbar für die wirtschaftliche Zukunft Marl.
Der Oberbürgermeister warnte vor ungleichen Wettbewerbsbedingungen in der chemischen Industrie, die Arbeitsplätze im Chemiepark Marl gefährden könnten. Zugleich hob er die Initiative gate.ruhr als zentralen Motor für den regionalen Wandel und die Schaffung neuer Arbeitsplätze hervor. Der Empfang selbst diente als Plattform für einen intensiveren Austausch zwischen Stadtverwaltung und lokalen Unternehmen und förderte Netzwerkbildung sowie Zusammenarbeit.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Marl vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen steht. Während die chemische Industrie weiter umstrukturiert wird und finanzielle Belastungen zunehmen, setzt die Stadt auf Projekte wie gate.ruhr, um Beschäftigung zu sichern. Terhorsts Fokus auf den Mittelstand unterstreicht dessen anhaltende Bedeutung als Stabilisator und Wachstumsträger für die lokale Wirtschaft.






