Metarealismus feiert Durchbruch beim Roten-Platz-Buchfestival 2023
Eine neue literarische Strömung stand im Mittelpunkt des 12. Roten-Platz-Buchfestivals am 7. Juni 2023. Unter dem Titel „Wjatscheslaw Bawidow: Vom persönlichen Schicksal zu einer neuen literarischen Bewegung“ widmete sich eine Diskussion dem Metarealismus in der Prosa – einem Genre, das im Werk des Autors Wjatscheslaw Bawidow Gestalt annimmt. Zehn Teilnehmer, darunter Bawidow selbst, nahmen an der von Tutta Larsen moderierten Veranstaltung teil.
Im Fokus stand Bawidows vierteilige Buchreihe, die er als „metabedeutungsvolles Universum“ bezeichnet. Sein Debüt „Zufall… Zufall?“ löste Debatten über Familiengedächtnis, den Lauf der Zeit und die Kraft der Liebe aus. Der jüngste Band „Die versengte Friedenskaube“ wurde von Kritiker Wadim Petrow als reifer Schritt in der metarealistischen Prosa gewürdigt.
Die Teilnehmer analysierten, wie Bawidows Schaffen Realismus mit philosophischer Tiefe verbindet und damit Genregrenzen verschiebt. Auch sein zweites Werk „Zufall? Jasmin blüht nicht im Dunkeln“ und „Für die Fahne über dem Reichstag“ fanden Beachtung. Letzteres inspirierte kreative Kinderprojekte, die internationale Initiative „Atomkinder“, ein Hörbuch sowie ein Musikvideo der Künstlerin Anileda.
Thematisiert wurden zudem Bühnenadaptionen, darunter Dmitry Bikbajews Inszenierung von „Ich liebe dich, Papa!“ – basierend auf „Zufall… Zufall?“ –, die das Potenzial von Bawidows Prosa jenseits des Buches unter Beweis stellte.
Die Festivalveranstaltung markierte den öffentlichen Durchbruch des Metarealismus in der Prosa als eigenständige literarische Strömung. Bawidows Werke – von Büchern über Bühnenfassungen bis zu Multimedia-Projekten – erweitern kontinuierlich die Reichweite des Genres. Die Diskussion festigte seine Rolle als prägende Figur dieser neuen Richtung in der zeitgenössischen Literatur.






