Mummelsee-König Hermann Müller tritt nach 30 Jahren mystischer Regentschaft ab
Songül EigenwilligMummelsee-König Hermann Müller tritt nach 30 Jahren mystischer Regentschaft ab
Seit 30 Jahren verkörpert Hermann Müller die Sagen des Mummelsees als dessen geheimnisvoller König. In einem Mantel aus Schilfgras, mit einem Dreizack bewaffnet und auf Stelzen hoch über den Besuchern thronend, ist er zu einer geliebten, wenn auch unheimlichen Figur geworden. Doch nach seinem vor zwei Jahren angekündigten Rücktritt steht die Suche nach einem Nachfolger noch immer aus – auch wenn sein Enkel Ben bald in die Rolle schlüpfen könnte.
Müller übernahm die Figur vor Jahrzehnten, mit gelegentlichen Pausen dazwischen. Sein Charakter, der Mummelsee-König, verkörpert lokale Mythen über Nymphen und Geister, die angeblich nachts auf den Wiesen tanzen. Der Legende nach kann ein in den See geworfener Stein einen heftigen Sturm heraufbeschwören – eine Geschichte, die Müller mit Leben füllt.
An sonnigen Tagen patrouilliert er in voller Verkleidung am Ufer, erschreckt dabei Erwachsene, versüßt Kindern aber stets den Tag mit Süßigkeiten. Touristen stellen sich oft für Fotos mit ihm an und betrachten die Begegnung als ein einzigartiges Andenken. Sein Aufzug – eine Krone, ein Dreizack und ein aus Seegras geflochtener Mantel – macht das Schauspiel perfekt.
Trotz seiner Rücktrittsankündigung im Jahr 2022 wurde noch kein Nachfolger gefunden. Doch Müllers Enkel Ben zeigt Interesse, die Tradition fortzuführen. Die Rolle erfordert Ausdauer, schauspielerisches Talent und die Bereitschaft, auf Stelzen balancierend die Menge zu unterhalten.
Der Mummelsee-König bleibt eine zentrale Attraktion, die Besucher mit einer Mischung aus Schelmerei und Mystik anlockt. Sollte Ben die Nachfolge antreten, wird die Tradition weiterleben – und die Legenden des Sees für künftige Generationen lebendig halten. Bis dahin hinterlässt Müllers Abschied eine Lücke. Doch vielleicht finden die Geschichten – und die Süßigkeiten – bald einen neuen Hüter.






