NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler OSINT-Offensive gegen Online-Gefahren
Adelinde WalterNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler OSINT-Offensive gegen Online-Gefahren
Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Online-Aufklärung massiv aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen startet eine große Offensive, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Aufklärung zu stärken. Der Bundesland erweitert Ausbildungsprogramme und spezialisierte Einheiten, um die Sammlung und Analyse öffentlich zugänglicher Daten durch Beamte zu verbessern. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sich rasant entwickelnder politischer Ereignisse und digitaler Bedrohungen, auf die die Sicherheitsbehörden reagieren müssen.
Im Mittelpunkt der Initiative steht das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Hier leitet der 37-jährige Marc Restemeyer die Schulung in OSINT (Open-Source-Intelligence) für Nachwuchskräfte und Beamte der Digitalen Streifen. Sein Team entwickelte ein webbasiertes Training (WBT), das interaktive Videos mit praktischen Übungen verbindet und so eine standardisierte Vermittlung digitaler Recherchekompetenzen gewährleistet.
Auch das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf hat seine Kapazitäten deutlich ausgebaut. Fabian Coenen, 42, leitet dort die Abteilung 22.2, ein Team, das sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Was einst als Zweier-Team begann, umfasst heute 16 Fachleute – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler –, die Ermittlungen mit öffentlich verfügbaren Daten unterstützen.
Anfang September 2024 stellte das LKA zehn weitere Beamte ein, davon sechs für Coenens Einheit. Fast 100 zusätzliche Polizisten in sechs Regionalbehörden sind mittlerweile in OSINT-Aktivitäten eingebunden. Diese Einheiten liefern bei dringenden Einsätzen schnelle Rechercheergebnisse, etwa aus sozialen Medien oder anderen öffentlichen Quellen.
Sechs spezialisierte Staatsschutzeinheiten ergänzen dieses System. Sie bieten allgemeine OSINT-Unterstützung und reagieren flexibel auf aktuelle politische Entwicklungen, um die Polizei gegen digitale Herausforderungen zu wappnen.
Die Ausweitung von OSINT-Schulungen und Personal markiert einen grundlegenden Wandel in der Sicherheitsstrategie Nordrhein-Westfalens. Mit mehr Beamten, die in digitaler Recherche geschult sind, und größeren Spezialeinheiten will das Land seine Fähigkeit verbessern, Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Der strukturierte Ansatz des Programms sorgt dafür, dass die Kompetenzen in der gesamten Polizei einheitlich bleiben.






