14 June 2026, 04:28

P-Konten in der Kritik: Warum Schuldner in Deutschland oft leer ausgehen

Telefonische Sprechstunden        Caritas thematisiert Probleme mit P-Konten

P-Konten in der Kritik: Warum Schuldner in Deutschland oft leer ausgehen

Pfändungsschutzkonten (P-Konten) in Deutschland stehen in der Kritik – Aktionswoche der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) vom 15. bis 19. Juni

Während der Aktionswoche Schuldnerberatung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) geraten Deutschlands Pfändungsschutzkonten (P-Konten) in den Fokus. Die Veranstaltung, die vom 15. bis 19. Juni stattfindet, thematisiert Schwachstellen im System, das eigentlich Verbrauchern den Zugang zu existenzsichernden Geldern garantieren soll. Experten warnen vor rechtlichen Lücken und Verzögerungen, die viele Kontoinhaber schutzlos zurücklassen.

Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Bankkonten in Deutschland von Pfändungsbeschlüssen betroffen. In solchen Fällen sperren Banken zunächst alle Gelder auf dem Konto, sodass Betroffene ihr Konto manuell in ein P-Konto umwandeln müssen, um Zugang zu den geschützten Freibeträgen zu erhalten. Wie die AG SBV berichtet, werden gesetzliche Freistellungen oft zu spät umgesetzt – mit der Folge, dass Konten länger als nötig blockiert bleiben.

Die Caritas Kempen-Viersen, die Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, kennt diese Probleme aus der Praxis. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin in der Viersener Niederlassung, kritisiert das Fehlen klarer rechtlicher Vorgaben für Banken. Sie fordert einheitliche Regeln, besser geschultes Personal und verbindliche Sanktionen bei Verstößen. Zudem plädiert sie für einen leichteren Zugang zu Unterstützungsangeboten für Betroffene.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet die Schuldnerberaterin Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an. Die AG SBV verweist zudem auf grundsätzliche Mängel bei Basis-Konten, die eigentlich jedem Verbraucher den Zugang zu einem Girokonto ermöglichen sollen – in der Praxis aber oft scheitern.

Ziel der Aktionswoche ist es, politische Reformen voranzutreiben, um den Pfändungsschutz zu stärken. Fachleute argumentieren, dass klarere Gesetze, schnellere Bearbeitungszeiten und strengere Kontrollen unnötige finanzielle Notlagen verhindern könnten. Ohne solche Änderungen droht vielen weiterhin, dass lebensnotwendige Gelder übermäßig lange gesperrt bleiben.

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