Rechtsextreme Proteste um Grab von "SS-Siggi" eskalieren in NRW-Städten
Cynthia MatthäiRechtsextreme Proteste um Grab von "SS-Siggi" eskalieren in NRW-Städten
Streit um Grab des Neonazis Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt löst wiederholte Proteste in Dortmund und Münster aus
Rechtsextremisten hatten für Heiligabend eine Demonstration in Münster geplant, zogen ihre Anmeldung jedoch kürzlich zurück. Unterdessen setzt das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ seine Gegenproteste gegen rechtsextreme Aufmärsche fort.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, ob Borchardt, ein verurteilter Neonazi, in Dortmund ein namentlich gekennzeichnetes Grab erhalten sollte. Die Stadtverwaltung lehnt dies ab – aus Sorge, der Ort könnte zur Pilgerstätte für Extremisten werden. Allein in diesem Jahr haben rechtsextreme Gruppen dreimal in Dortmund wegen dieser Angelegenheit demonstriert.
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster ist zum Brennpunkt der Proteste geworden. Da der Fall dort verhandelt wird, verlagerten Rechtsextreme ihre Kundgebungen in die Stadt. Ursprünglich hatten sie eine Demonstration für Heiligabend angekündigt, sagten diese jedoch später ab.
Carsten Peters, Sprecher von „Keinen Meter den Nazis“, führt den Rückzug auf den Druck durch das Bündnis zurück. Zwar fällt die rechtsextreme Demonstration aus, doch die Gegenproteste von „Keinen Meter den Nazis“ bleiben angemeldet.
Der Rückzug des rechtsextremen Aufmarsches markiert eine vorläufige Wende in dem anhaltenden Streit. Dortmunds Haltung gegen das Grab zielt darauf ab, neonazistische Versammlungen zu verhindern, während das Bündnis seine Gegenproteste fortsetzt. Die rechtliche Auseinandersetzung vor dem OVG Münster wird über die nächsten Schritte beider Seiten entscheiden.






