Sabotagewelle 2025: Deutschlands Verkehrsinfrastruktur im Visier von Angreifern
Cynthia MatthäiSabotagewelle 2025: Deutschlands Verkehrsinfrastruktur im Visier von Angreifern
Anschläge auf Deutschlands Verkehrsinfrastruktur nahmen 2025 drastisch zu
Im Jahr 2025 stieg die Zahl gezielter Angriffe auf die deutsche Verkehrsinfrastruktur stark an. Die Behörden verzeichneten 93 Fälle von vorsätzlicher Sabotage – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Die Vorfälle führten zu erheblichen Behinderungen im Schienenverkehr und warfen Fragen zur Sicherheit auf wichtigen Strecken auf.
Das Jahr begann mit einer Entgleisung eines Güterzugs zwischen Essen und Oberhausen am 12. Januar. Ein auf den Gleisen platzierter Metallbügel hatte den Unfall ausgelöst. Nur wenige Wochen später legte ein Brand in einem Berliner Kabelkanal den Regionalverkehr lahm; linksextremistische Gruppen bekannten sich zu der Tat.
Ende Juli führten zwei Kabelbrände zwischen Duisburg und Düsseldorf zu Streckenstilllegungen. Ermittler gingen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Im August durchtrennten Unbekannte Signal- und Weichenkabel in der Nähe des Bahnhofs Coburg, was den lokalen Zugverkehr zum Erliegen brachte.
Ein weiterer schwerwiegender Vorfall ereignete sich im September nahe Leverkusen: Saboteure kappten kurz vor der Durchfahrt eines US-Militärkonvois mehrere Kabel. Der Angriff zerstörte ein Stellwerk und zeigte, wie verwundbar kritische Verkehrsadern sind.
2025 nahm die Polizei zudem drei Männer fest, die mutmaßlich Brand- und Bombenanschläge auf den Güterverkehr geplant hatten. Zudem wurden zwölf Straftaten unter dem neuen Tatbestand „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ erfasst. Über die deutschen Grenzen hinaus sprengten im Herbst 2025 zwei Ukrainer im Auftrag Russlands eine Eisenbahnstrecke zwischen Warschau und Lublin in die Luft.
Der Anstieg der Sabotageakte markiert eine klare Zuspitzung der Bedrohungslage für die Verkehrsnetze. Allein 2025 registrierten die deutschen Behörden mehr gezielte Angriffe als in den beiden Vorjahren zusammen. Die wiederholten Störungen unterstreichen die Dringlichkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen im gesamten Schienensystem.






