16 March 2026, 00:32

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Kirchenkreis Solingen stellt Pläne für Gebäude vor – Mitgliederschwund und sinkende Einnahmen zwingen zu Einschnitten

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für die Zukunft seiner Immobilien vorgestellt, da die Mitgliederzahlen und finanziellen Mittel kontinuierlich zurückgehen. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet man mit einem Rückgang der finanziellen Ressourcen um die Hälfte – eine Entwicklung, die schwierige Entscheidungen über Kirchengebäude und Gemeinschaftszentren erfordert. Eine unter Leitung von Hartmut Hoferichter stehende Arbeitsgruppe hat nun Vorschläge erarbeitet, um die langfristige Tragfähigkeit des Kirchenkreises zu sichern.

Die Pläne sehen eine Einteilung der Liegenschaften in drei Kategorien vor. Vier Kirchen – die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche und die Evangelische Kirche Gräfrath – sollen auch über das Jahr 2035 hinaus erhalten bleiben. Ebenfalls gesichert werden drei Gemeinschaftszentren: Höhscheid, Wittenbergstraße sowie das Zentrum in der Schützenstraße/Ritterstraße.

Fünf Standorte stehen hingegen vor einer ungewissen Zukunft. Die Evangelische Kirche Merscheid, die Widdertkirche, die Ketzberger Kirche, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche können mittelfristig nicht mehr gehalten werden. Bei weiteren fünf Einrichtungen – der Christuskirche, dem Gemeindezentrum Rupelrath, der Evangelischen Kirche Mangenberg, dem Gemeindehaus Corinthstraße und der Stadtkirche Mitte – bedarf es noch einer vertieften Prüfung.

Zudem strebt der Kirchenkreis an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten – ein Vorhaben, das erhebliche Sanierungskosten mit sich bringen wird. Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird die Pläne beraten; die endgültigen Beschlüsse sollen bis Ende 2027 fallen. Superintendentin Ilka Werner dankte der Arbeitsgruppe für ihre Arbeit und betonte die Notwendigkeit eines transparenten Prozesses.

Nun gilt es für den Kirchenkreis, die schrumpfenden Finanzmittel mit dem Erhalt zentraler Einrichtungen in Einklang zu bringen. Die endgültigen Weichenstellungen werden entscheiden, welche Standorte bestehen bleiben und welche möglicherweise geschlossen werden müssen. Die Ergebnisse werden die Präsenz der Kirche in Solingen für die kommenden Jahrzehnte prägen.

AKTUALISIERUNG

Neuer Verschmelzungsplan zielt darauf ab, die Kirchenressourcen in Solingen zu stärken

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat sich mit zwei anderen regionalen Kirchenkörpern zusammengeschlossen, um auf den Mitgliederschwund zu reagieren. Diese Initiative, die am 19. November 2025 bekannt gegeben wurde, strebt bis 2029 oder 2030 die Schaffung eines neuen Kirchenkreises mit 130.000 Mitgliedern an. Die Verschmelzung würde es ermöglichen, Ressourcen für Gemeinschaftsveranstaltungen wie Festivals und Outreach-Programme zu bündeln. Diese strategische Maßnahme geht der 2035er-Bauplanung voraus und spiegelt breitere Bemühungen wider, sich auf langfristige Mitgliedschaftsverluste anzupassen.