14 April 2026, 04:32

Streit um Löhne und Tarifvertrag eskaliert im Duisburger Hafen

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit Text 'Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die faire Löhngleichheit ist in Ordnung, aber ich will Arbeit'.

Streit um Löhne und Tarifvertrag eskaliert im Duisburger Hafen

Am Duisburger Hafen steigen die Spannungen, da Arbeiter ihre Bezahlung und Arbeitsbedingungen kritisieren. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Betriebsrat des Hafens vor, die Interessen der Facharbeiter nicht ausreichend zu vertreten. Nach Jahren der Frustration gibt es nun einen neuen Vorstoß für einen Tarifvertrag.

Eine aktuelle Umfrage von Verdi zeigt tiefe Unzufriedenheit unter den Beschäftigten des Duisburger Hafens. Mehr als 200 Mitarbeiter von Duisport und seinen Tochtergesellschaften nahmen teil – 95 Prozent sprachen sich für einen verbindlichen Tarifvertrag aus. Die Gewerkschaft behauptet, die Löhne bei Duisport lägen deutlich hinter denen in tarifgebundenen Häfen wie Hamburg und Bremerhaven zurück.

In Duisburg verdient ein Facharbeiter bei einer 40-Stunden-Woche ein Einstiegsgehalt von 2.750 Euro brutto. Zum Vergleich: Kranführer in Hamburg und Bremerhaven erhalten für eine 35-Stunden-Woche rund 5.000 Euro brutto – zuzüglich attraktiver Zulagen. Verdi widerspricht der Darstellung von Duisport, man zahle "über Tarif", ohne dass es eine verbindliche Vereinbarung gebe.

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Die Gewerkschaft hat wiederholt Gespräche mit dem Betriebsrat gefordert, blieb jedoch ohne Antwort. Sören Brandes, Verdi-Sekretär, bezeichnete den Rat als "Hofhund" der Geschäftsführung. Er warf ihm vor, die Gewerkschaft von Sitzungen auszuschließen und die Forderungen der Belegschaft zu ignorieren.

Duisport befindet sich in öffentlicher Hand: Die Stadt Duisburg hält ein Drittel der Anteile, das Land Nordrhein-Westfalen den Rest. Dennoch argumentiert Verdi, dass die Beschäftigten schlechtere Bedingungen hätten als in rein öffentlichen Häfen.

Jetzt drängt die Gewerkschaft auf einen flächendeckenden Tarifvertrag für den Duisburger Hafen und die Duisport AG. Die Umfrageergebnisse und Arbeiterzeugnisse deuten auf breite Unterstützung für Veränderungen hin. Scheitern die Verhandlungen, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen.

Quelle