Streit um Weimers Gedichtband Kopfpilz: Aktivistin schenkt umstrittene Sammlung der Nationalbibliothek
Songül EigenwilligStreit um Weimers Gedichtband Kopfpilz: Aktivistin schenkt umstrittene Sammlung der Nationalbibliothek
Die Aktivistin Martha Root hat der Deutschen Nationalbibliothek eine umstrittene Gedichtsammlung geschenkt. Das Buch Kopfpilz des Ministers Wolfram Weimer hat eine Debatte über seinen Inhalt und den kulturellen Einfluss des Autors ausgelöst. Root plant zudem, ein physisches Exemplar zu versteigern, um linke Buchhandlungen zu unterstützen.
Root stellte eine digitalisierte Version von Kopfpilz auf Archive.org ein und machte es damit frei zugänglich. Sie kritisiert darin mehrere Gedichte, darunter Vorfreude, das düstere, spöttische Verse über den Tod enthält. Root wirft dem Werk vor, es fördere eine „Vergewaltigungskultur“ und spiegle Weimers eigene kulturelle Maßstäbe in schlechtem Licht wider.
Zudem behauptet sie, Weimer habe im März drei linke Buchhandlungen von einer Preisverleihung ausgeschlossen – angeblich aus „verfassungsschützerischen Bedenken“. Root hinterfragt auch seine Doppelfunktion als Unternehmer und Lobbyist und verweist auf Absprachen zwischen seinem ehemaligen Unternehmen und seinem Ministerium.
Trotz Weimers Stopp des Bibliotheksausbaus zu Beginn des Jahres setzte Root die Schenkung durch. Sein Anwalt schickte später einen Brief an den Satiriker Jan Böhmermann, nachdem dieser Kopfpilz in der Sendung ZDF Magazin Royal thematisiert hatte.
Die Erlöse der Versteigerung von Kopfpilz fließen an Lesen Hilft, eine Initiative zur Unterstützung linker Buchläden. Der schmale, 42-seitige Band enthält kurze, derbe Gedichte, die weithin als lyrische Fehlgriffe gelten. Der Streit um das Buch unterstreicht die anhaltenden Spannungen um Weimers öffentliches und berufliches Wirken.






