Vater-Sohn-Duo revolutioniert Energiesparen mit skandinavischer Abwasser-Wärme
Adelinde WalterVater-Sohn-Duo revolutioniert Energiesparen mit skandinavischer Abwasser-Wärme
Steigende Energiekosten treiben Haushalte und Unternehmen dazu, lange vernachlässigte Effizienzlösungen zu entdecken. Eine dieser Methoden – die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser von Duschen – hat sich in Skandinavien bereits durchgesetzt, bleibt in Deutschland jedoch noch eine Seltenheit. Nun will ein familengeführtes Start-up aus Filderstadt das ändern und die Technologie auf dem deutschen Markt etablieren.
Steffen Nittbaur, ein 60-jähriger Industrieingenieur, arbeitete 25 Jahre lang bei Mercedes-Benz in technischen und Führungspositionen. 2021 verließ er das Unternehmen mit einer Abfindung und begann ein berufsbegleitendes Masterstudium der Umweltwissenschaften. Dort stieß er auf eine kaum genutzte Methode zur Energieeinsparung: die dezentrale Wärmerückgewinnung aus Duschwasser.
Die Technologie ist in Schweden, Norwegen und Dänemark längst etabliert und zählt dort zu den effizientesten Maßnahmen im Gebäudesektor. In Deutschland jedoch hemmen regulatorische Hürden – etwa fehlende Trinkwasserzertifizierungen – die Verbreitung. Fachleute argumentieren, dass sie in Neubauten und Sanierungen eigentlich Standard sein sollte.
Anfang 2025 gründete Nittbaur gemeinsam mit seinem Sohn Valentin, einem 24-jährigen Betriebswirtschaftsabsolventen, die Unocconi GmbH. Der jüngere Nittbaur, der über einen doppelten Abschluss in Verwaltungswissenschaften verfügt, stieg als festes Teammitglied in das Start-up ein. Gemeinsam arbeiten sie nun daran, die Wärmerückgewinnung aus Duschwasser für deutsche Haushalte zu einer praktikablen Option zu machen.
Das Unternehmen besetzt damit eine Marktlücke und wirbt für das enorme Energiesparpotenzial des Systems. Angesichts steigender Preise sieht das Vater-Sohn-Duo den perfekten Zeitpunkt gekommen, um für eine breitere Akzeptanz zu werben.
Der Markteintritt von Unocconi könnte dazu beitragen, eine in Nordeuropa bereits bewährte Technologie auch in Deutschland bekannter zu machen. Sollten die regulatorischen Hindernisse abgebaut werden, könnte die Wärmerückgewinnung aus Duschwasser bald zum Standard in deutschen Gebäuden gehören. Die Arbeit des Start-ups steht damit für einen Wandel hin zu praktischen, kostensparenden Lösungen im Rahmen der Energiewende.






