Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die Einführung früher scheitert – trotz aller Forderungen
Songül EigenwilligVideobeweis im DFB-Pokal: Warum die Einführung früher scheitert – trotz aller Forderungen
Die Debatte darüber, wann der Videobeweis im DFB-Pokal eingeführt werden soll, ist erneut aufgeflammt. Die Finanzierung bleibt das größte Hindernis, da Vereine außerhalb der beiden höchsten deutschen Ligen die notwendigen Mittel nicht aufbringen können. Nach mehreren umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen in jüngsten Spielen werden die Forderungen nach einer früheren Einführung immer lauter.
Der Videobeweis kam im DFB-Pokal erstmals in der Saison 2019/20 zum Einsatz – allerdings erst ab dem Viertelfinale. Seither wird diskutiert, ihn bereits in früheren Runden einzuführen. Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationschef bei der DFB Schiri GmbH, schlug kürzlich vor, den Videobeweis ab der zweiten Runde einzuführen – vorausgesetzt, die finanziellen und technischen Voraussetzungen sind erfüllt.
Die Kosten für den Videobeweis in der Bundesliga und 2. Bundesliga belaufen sich auf etwa 11 Millionen Euro pro Saison, hinzu kommen fast eine weitere Million für das Personal. Pro Spiel fallen so knapp 20.000 Euro an. Bei den Top-Klubs werden diese Ausgaben durch die TV-Einnahmen gedeckt, doch Vereine aus den unteren Ligen erhalten deutlich weniger Gelder, was eine frühere Einführung des Videobeweises erschwert.
Aktuelle Vorfälle haben die Diskussion weiter angeheizt. In der DFB-Pokal-Saison 2022/23 übersahen Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team eine klare Abseitsposition von Leroy Sané im Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München. Das Tor zählte – mit möglicher Auswirkung auf den Spielausgang. Unterdessen kritisierte Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller eine Videobeweis-Entscheidung, die einen späten Siegtreffer seines Teams im Bundesliga-Spiel gegen Heidenheim aberkannte.
Bayern-Chef Max Eberl setzt sich dafür ein, den Videobeweis bereits in der zweiten Pokalrunde einzuführen. Ohne zusätzliche Finanzmittel könnten Vereine aus den unteren Ligen die technischen Anforderungen jedoch kaum erfüllen.
Der Druck, den Videobeweis früher im DFB-Pokal einzuführen, scheitert an einem klaren Problem: dem Geld. Während die Top-Klubs von den TV-Einnahmen profitieren, fehlen den kleineren Vereinen die Mittel für die notwendige Technik. Solange keine Lösung gefunden wird, dürften die Diskussionen – und umstrittenen Entscheidungen – weitergehen.






