Vom Flüchtling zum Greenkeeper: Habte Abrahles Neuanfang in Köln
Songül EigenwilligVom Flüchtling zum Greenkeeper: Habte Abrahles Neuanfang in Köln
In Köln zeigt eine Ausstellung die Geschichten von Geflüchteten, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Unter ihnen ist Habte Abrahle, der 2015 nach einer entbehrungsreichen Reise durch die Sahara aus Eritrea floh. Sein Porträt ist eines von 21, die bis zum 6. Dezember im Himmel un Ääd zu sehen sind.
Am 28. November findet dort zudem die Veranstaltung "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" statt, bei der zwei Geflüchtete von ihren persönlichen Wegen berichten.
Abrahle verließ Eritrea, wo der Diktator Isaias Afwerki seit 34 Jahren an der Macht ist. Männer werden dort zwangsrekrutiert, und Geld an die Familie zu schicken ist nahezu unmöglich. Um zu fliehen, durchquerte er die Sahara in einem überfüllten Lastwagen, fast ohne Nahrung oder Wasser.
Nach seiner Ankunft in Deutschland 2015 lebte er acht Monate in einem Zelt und weitere vier in einem Frachtcontainer. Anfangs erlebte er Rassismus, fand später aber Unterstützung durch die lokale Initiative "Willkommen in Schildgen". Eine Freiwillige mietete ihm sogar vier Jahre lang ein Zimmer.
Abrahle lernte hartnäckig Deutsch und erwarb das B1-Zertifikat. Zudem absolvierte er Praktika als Bäcker und als Greenkeeper auf einem Golfplatz, wo er heute fest angestellt ist. Trotz aller Hindernisse schaffte er es, Familienmitglieder in Eritrea und Äthiopien zu unterstützen.
2021 konnte endlich seine Frau zu ihm nach Deutschland nachziehen. Das Paar hat mittlerweile drei Kinder, und ihre Geschichte ist Teil der laufenden Ausstellung.
Die Schau im Himmel un Ääd läuft noch bis zum 6. Dezember und würdigt den Durchhaltewillen von Geflüchteten wie Abrahle. Am 28. November erhalten Besucher bei der Veranstaltung "Angekommen" persönliche Einblicke. Beide Projekte wollen authentische Erfahrungen vom Neuanfang in Deutschland vermitteln.






