28 April 2026, 02:32

Warum die Kapitalismuskritik im neoliberalen Zeitalter an Einfluss verlor

Papier mit handgeschriebener Textzeile "Newtown Market Hall, die Wahl, Mr. Williams' Vorschlag für die Mehrheit gegen"

Warum die Kapitalismuskritik im neoliberalen Zeitalter an Einfluss verlor

Krise der Kritik? Warum die Kapitalismuskritik im neoliberalen Zeitalter scheiterte

Eine neue Anthologie untersucht, warum Kritiker des Kapitalismus während des Aufstieg des Neoliberalismus an Einfluss verloren. "Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter" zeichnet den Niedergang systemischer Opposition seit den 1970er-Jahren nach. Das Buch argumentiert, dass das Verständnis dieser Schwäche entscheidend ist, um die gesellschaftlichen Umbrüche der letzten fünf Jahrzehnte zu begreifen.

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Die Sammlung analysiert, wie die Kapitalismuskritik an Boden verlor, während sich neoliberale Politiken durchsetzten. Statt als einheitliche Kraft entstand der Neoliberalismus in fragmentierter Form – was den Widerstand erschwerte. Soziologische Darstellungen übersehen diese Zersplitterung oft und verklären stattdessen rückblickend den Kapitalismus der 1960er- und 1970er-Jahre.

Schon die Proteste von 1968 verbanden Konsumkritik mit grundsätzlichen Angriffen auf das kapitalistische System. Doch dieser Wandel hin zu einer konsumorientierten Dissidenz setzte früher ein, während des Nachkriegbooms – und nicht erst als Reaktion auf den Neoliberalismus. Als später Sozialdemokraten und linksliberale Kräfte selbst neoliberale Reformen vorantrieben, gelang es der Linken nicht, wirksam dagegenzuhalten.

In den 1990er-Jahren boten selbst neue Formationen wie die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) kaum noch systemische Alternativen. Stattdessen kombinierten sie identitätspolitische Ansätze mit keynesianischen Wirtschaftsideen. Die Autoren des Bandes führen die Vorherrschaft des Neoliberalismus auch auf die Unfähigkeit der Linken zurück, den Kapitalismus als Ganzes infrage zu stellen – und nicht nur seine neoliberale Ausprägung.

Die Anthologie benennt ein zentrales Dilemma: Kritiker konzentrierten sich oft zu eng auf den Neoliberalismus, statt den Kapitalismus selbst zu hinterfragen. Dieser begrenzte Ansatz könnte die Opposition über die Jahre geschwächt haben. Die Analyse spannt sich von der Mitte der 1970er-Jahre bis in die 2000er und zeigt, wie sich Widerstand im Zuge wirtschaftlicher Umstrukturierungen entwickelte – oder eben nicht.

Quelle