22 April 2026, 06:53

Warum Leichenwagen heute in Blau, Rosa oder Leopardenmuster fahren

Schwarzes und weißes Bild einer Beerdigungsprozession mit mehreren Autos, die mit Blumenbouquets geschmückt sind, umgeben von Menschen, einige halten Fahrräder, mit Gebäuden, Pfählen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Warum Leichenwagen heute in Blau, Rosa oder Leopardenmuster fahren

Leichenwagen sind nicht mehr nur schwarz

In ganz Europa setzen Bestattungsunternehmen zunehmend auf auffällige Farben wie Blau, Rosa oder sogar Leopardenmuster für ihre Fahrzeugflotten. Dieser Wandel spiegelt einen größeren gesellschaftlichen Umschwung wider – weg von strenger Tradition, hin zu modernen Vorlieben in der Bestattungskultur.

Bestattung Himmelblau, Österreichs größter privater Bestatter, geht mit gutem Beispiel voran: Rund 30 Fahrzeuge umfasst die Flotte des 2012 gegründeten Unternehmens, das in Wien, St. Pölten und Graz aktiv ist und bald auch in München expandieren wird. Zum Fuhrpark gehören Modelle wie der Peugeot Boxer und der Mercedes-Benz Sprinter, ergänzt durch einen Fiat 500 für die mobile Trauerbegleitung.

In Deutschland setzt die Trauerhilfe Göck aus Speyer seit ihrer Gründung 2013 konsequent auf blaue Leichenwagen – ganz ohne klassisches Schwarz. Zum Einsatz kommen zwei Mercedes-Modelle: ein E 280 CDI (W211) und ein E 220 CDI 4Matic (W213). Die Farbe Blau steht hier für Vertrauen, Geborgenheit und einen frischen Umgang mit dem Thema Bestattung.

Andere Anbieter gehen noch einen Schritt weiter: Im Vereinigten Königreich bietet Green's Carriage Masters Leichenwagen in Regenbogenoptik, Leopardenmuster oder Rosa an. In Rotterdam kann man bei Uitvaart Store zwischen Cadillac-Modellen in Dunkelblau, Roségold oder Rot wählen. Die Bestattungswagen Hentschke GmbH & Co. KG wiederum spezialisiert sich auf individuelle Lackierungen, darunter auch Zweifarben-Designs.

Doch egal wie kreativ die Gestaltungsmöglichkeiten sind – alle Bestattungsfahrzeuge müssen strenge DIN-75081-Normen erfüllen. Diese Vorschriften regeln Ausstattung, Hygiene, Bauweise und den sicheren Transport der Verstorbenen. Sicherheit und Würde bleiben trotz aller Farbvielfalt oberste Priorität.

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Christian Jäger, Geschäftsführer des Bestatterverbandes Nordrhein-Westfalen, bestätigt die wachsende Akzeptanz bunter Leichenwagen. Immer mehr Angehörige wünschten sich Alternativen zum klassischen Schwarz – ein Zeichen für einen tiefgreifenden kulturellen Wandel.

Der Trend zu farbenfrohen Bestattungsfahrzeugen zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Unternehmen wie Bestattung Himmelblau oder Trauerhilfe Göck erweitern ihre Flotten kontinuierlich um unkonventionelle Farben. Mit steigender Nachfrage passt sich die Branche an und bietet zunehmend personalisierte, zeitgemäße Lösungen für Abschiedsfeiern an.

Quelle