16 March 2026, 22:34

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Wer hält Kurs?

Drei wasserstoffbetriebene Autos, die nebeneinander auf einem Parkplatz mit Maschendrahtzaun im Hintergrund und Gras auf der rechten Seite geparkt sind.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Wer hält Kurs?

Wasserstoffunternehmen erlebten diese Woche gemischte Entwicklungen, während Aktienkurse schwankten und betriebliche Hürden bestehen blieben. Einige Firmen verzeichneten leichte Gewinne, andere kämpften mit fallenden Kursen und unerfüllten Erwartungen. Die Branche stößt bei Investoren weiterhin auf Skepsis, aber auch auf vorsichtigen Optimismus.

Nel ASA aus Norwegen startete mit einem positiven Signal in die Woche: Der Aktienkurs stieg in Stuttgart um 2,5 Prozent auf 0,192 Euro. Trotz dieses Anstiegs notiert das Papier nur knapp über dem Rekordtief von 0,17 Euro – ein Zeichen für die anhaltenden Herausforderungen. Eine kleine, aber entschlossene Gruppe von Anlegern hält dem Unternehmen jedoch die Treue, das Wasserstoff weiterhin ins Zentrum seines Geschäftsmodells stellt.

ITM Power hingegen gab grünes Licht für ein weiteres großes Wasserstoffprojekt, doch bleiben Zweifel, ob das Unternehmen diese Pläne in greifbare Erfolge umsetzen kann. Der Aktienkurs sank am Montag um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro, während einige Analysten eine mögliche Erholung nicht ausschlossen.

In Deutschland hält Bielefeld trotz Rückschlägen an seiner Wasserstoffstrategie fest. Lokale Verantwortliche winken aktuelle Probleme als Anfangsschwierigkeiten ab. Dennoch stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge der Stadt seit Monaten still – Grund ist ein Mangel an Treibstoff.

Unterdessen wirft der schwächelnde KI-Sektor Schatten auf Energiewinvestitionen. Bloom Energy verlor am Freitag 1,7 Prozent und notierte bei 154,51 US-Dollar, da Anleger Kapital abzogen. Das Unternehmen hatte zwar 2023 einen großen Brennstoffzellenauftrag von Oracle erhalten, doch Hoffnungen auf weitere Deals haben sich verflüchtigt.

Die Volatilität der Ölpreise, angetrieben durch geopolitische Spannungen, sorgt für zusätzliche Unsicherheit auf den Energiemärkten. Brent-Rohöl kletterte jüngst über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, nachdem es Anfang 2026 zu Lieferengpässen gekommen war. Ein direkter Einfluss dieser Entwicklungen auf die Strategien von Wasserstofffirmen lässt sich jedoch bisher nicht klar nachweisen.

Die Wasserstoffbranche zeigt zwar Anzeichen von Widerstandsfähigkeit – Projekte kommen voran, einzelne Aktien legen zu. Doch betriebliche Verzögerungen und die Zurückhaltung der Investoren machen deutlich, wie steinig der Weg nach vorn bleibt. Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power müssen nun liefern, um das Vertrauen in die Branche zurückzugewinnen.

Quelle