29 April 2026, 16:48

Wie ein französisches Hotel aus Kriegsinnerungen zum Luxusrefugium wurde

Umblatt eines alten Buches mit dem Titel "Essai sur nos Colonies, et sur l'Établissement de Saint-Domingue", wahrscheinlich eine Sammlung von Essays zur französischen Kolonialgeschichte und der Kultur von Saint-Domingue.

Wie ein französisches Hotel aus Kriegsinnerungen zum Luxusrefugium wurde

Ein historisches Hotel in Cotignac, Frankreich, hat nach Jahrzehnten der Schließung wieder eröffnet – eine Verbindung aus Kriegsinnerungen und modernem Luxus.

Die Geschichte des Lou Calen begann im Jahr 1944, als ein zehnjähriges Mädchen namens Huguette an einem Tag der Befreiung von einem amerikanischen Soldaten einen Ring geschenkt bekam. Heute, mit über 90 Jahren, ist sie immer noch eng mit diesem Ort verbunden, den sie einst in eine geliebte Zuflucht für Künstler und Reisende verwandelte.

Die Ursprünge des Hotels reichen bis in Huguettes Kindheit während des Zweiten Weltkriegs zurück. Am Tag der Befreiung 1944 überreichte ihr ein junger US-Soldat einen Ring – eine Geste, die sie nie vergass. Jahrzehnte später, 1972, erwarb sie ein heruntergekommenes Haus neben einem Kloster in Cotignac. Das Gebäude verfügte weder über Strom noch über warmes Wasser, doch sie erkannte sein Potenzial. Mit viel Einsatz schuf sie daraus das Lou Calen, ein charmantetes Hotel und Restaurant, das bald berühmte Gäste wie David Bowie und Pink Floyd anzog.

Bevor sie das Hotel eröffnete, half Huguette den Nonnen jedes Jahr bei der Vorbereitung des Gebäudes. Ihre Begegnung aus Kriegszeiten kehrte Jahre später in ihr Bewusstsein zurück, als sie in Palm Springs ein Restaurant eröffnete – und damit die Erinnerung an den Soldaten wieder aufleben ließ. Das Hotel florierte, bis es 1999 seine Pforten schloss.

2015 erwarb der britische Unternehmer Graham Porter das Anwesen. Sein Ziel war es, den einstigen Glanz wiederherzustellen und das Lou Calen zu einem ganzjährigen Reiseziel zu machen. Das neu eröffnete Hotel beherbergt nun ein Kunstzentrum, eine Bar, ein mit einem Michelin Green Star ausgezeichnetes Restaurant sowie stilvolle Gästezimmer. Es zieht ein internationales Publikum an, wobei Amerikaner die größte Gästegruppe stellen. Huguette, die nach wie vor mit dem Hotel verbunden ist, hat unterdessen ein Kochbuch mit provenzalischen Rezepten und persönlichen Geschichten veröffentlicht.

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Unter der Führung von Graham Porter hat das Lou Calen eine neue Ära begonnen – eine gelungene Synthese aus reicher Vergangenheit und modernem Charme. Die Wiedereröffnung hat seinen Ruf als kultureller Treffpunkt zurückgebracht und Besucher aus aller Welt angezogen. Huguettes Kriegsgeschichte und ihr Vermächtnis bleiben untrennbar mit diesem Ort verbunden, den sie einst prägte.

Quelle