17 March 2026, 10:31

Zuckerrübenbau in der Krise: Wie neue Herbizide die Ernte retten sollen

Offenes Buch mit Bildern und Text über Gemüse, einschließlich Rüben, die auf seinen Seiten ausgebreitet sind.

Zuckerrübenbau in der Krise: Wie neue Herbizide die Ernte retten sollen

Zuckerrübenanbau in Deutschland steht unter wachsendem Druck

Fallende Preise, steigende Kosten und hartnäckige Schädlinge setzen die deutschen Zuckerrübenbauern zunehmend unter Druck. Um ihre Erträge zu stabilisieren und die Gewinne zu sichern, greifen viele Landwirte zu neuen Pflanzenschutzmethoden. Ein vielversprechender Ansatz ist das Herbizid Rinpode, das in ersten Versuchen gute Ergebnisse gegen resistente Unkräuter wie die Hühnerhirse zeigte.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt die insgesamt mit Zuckerrüben bestellte Fläche seit 2019 stabil bei 400.000 bis 450.000 Hektar. Allerdings haben einzelne Betriebe – etwa die Metternich-Ratibor-Corvey KG in Nordrhein-Westfalen – ihre Anbauflächen bereits wegen der Marktunsicherheiten reduziert.

Die größten Bedrohungen für den Zuckerrübenanbau sind resistente Hühnerhirse, Blattkrankheiten sowie das Rübenvergelbungsvirus (SBR), das durch die Zikade Hyalesthes obsoleta übertragen wird. Diese Probleme mindern Ertrag und Qualität und erschweren es den Landwirten, wirtschaftlich zu arbeiten. Gleichzeitig belasten zollfreie Zuckerimporte und schwankende Marktpreise die Branche zusätzlich.

Um gegenzusteuern, testen Landwirte wie Marius Feldmann neue Pflanzenschutzmittel. In einem 44 Hektar großen Versuchsfeld setzte Feldmann Rinpode – ein Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl – in der zweiten Nachauflaufphase ein. Die Ergebnisse zeigten eine wirksame Bekämpfung der Hühnerhirse bei minimalen Schäden an den Rüben. Zudem ließ sich das Mittel gut mit anderen Herbiziden kombinieren und bietet so eine praktikable Lösung für das Unkrautmanagement.

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Erste Daten deuten darauf hin, dass Rinpode den Landwirten helfen könnte, durch die Eindämmung der Hühnerhirse eine zusätzliche Tonne Zucker pro Hektar zu gewinnen. Zwar haben Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide vorübergehend Entlastung gebracht, doch bevorzugen die Erzeuger langfristige und zuverlässige Lösungen. Ohne diese steigt das Risiko, dass die heimische Zuckerproduktion – und damit die regionale Versorgungssicherheit – weiter zurückgehen.

Bisher hatten Handelsabkommen wie das stockende Mercosur-Abkommen kaum direkten Einfluss auf die Anbauflächen. Stattdessen prägten Faktoren wie die Abschaffung der EU-Zuckerquote 2017, unberechenbares Wetter und steigende Energiepreise die Anbauentscheidungen. Niedersachsen bleibt mit rund 120.000 Hektar der größte Produzent, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (80.000 ha) und Sachsen-Anhalt (60.000 ha).

Neue Herbizide wie Rinpode bieten den Zuckerrübenbauern eine Möglichkeit, ihre Kulturen besser vor Unkräutern und Krankheiten zu schützen. Bei breiter Einführung könnten solche Lösungen helfen, die Erträge zu stabilisieren und den Rückgang der Rentabilität zu bremsen. Ohne weitere Unterstützung bleibt die langfristige Zukunft der heimischen Zuckerproduktion jedoch ungewiss.

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