Zwischen Wartezeit und Hoffnung: Wie ein afghanischer Journalist in Deutschland neu beginnt
Harro PohlZwischen Wartezeit und Hoffnung: Wie ein afghanischer Journalist in Deutschland neu beginnt
Ein Journalist aus Afghanistan kam mit einem Abschluss in Politikwissenschaft und jahrelanger Medienpraxis nach Deutschland. Doch zwei Jahre lang durfte er weder arbeiten noch studieren – nicht einmal offiziell Deutsch lernen. Seine Geschichte zeigt, wie schwer es Geflüchtete haben, sich in Deutschlands Bildungs- und Arbeitsmarkt zu behaupten.
Zunächst lernte er selbstständig zu Hause Deutsch. Später ermöglichte ihm Reporter ohne Grenzen einen Sprachkurs, um Fortschritte zu machen. Trotz seiner Qualifikationen machte ihm das komplizierte deutsche System die Anerkennung seines Abschlusses und die Wertschätzung seiner Berufserfahrung fast unmöglich.
Zwei Jahre lang fühlte sich sein Leben wie festgefroren. Er durfte keinen Integrationskurs besuchen, keine Arbeit aufnehmen und kein Studium beginnen. Selbst der offizielle Deutschunterricht blieb ihm verwehrt. Die Wartezeit war frustrierend, doch er gab nicht auf und suchte nach Wegen, voranzukommen.
Schließlich arbeitete er ehrenamtlich als Journalist und absolvierte eine Weiterbildung in diesem Bereich. Doch Sprachbarrieren und unklare Regelungen zur Anerkennung seiner Qualifikationen hinderten ihn daran, beruflich Fuß zu fassen. 2023 gelang es ihm dann, zwei Stellen anzunehmen: eine als mobile Familienbegleitung und eine als Content-Manager für den Toneart Shop.
Für ihn ist Integration kein einseitiger Test, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Bildung und Arbeit sieht er als stärkste Brücken zwischen Geflüchteten und der Gesellschaft. Zwar fühlt er sich noch nicht vollständig angekommen, doch er spürt, dass er sich in die richtige Richtung bewegt.
Die Reise von Afghanistan nach Deutschland war geprägt von Hindernissen – aber auch von kleinen Erfolgen. Nach Jahren des Wartens arbeitet er nun in zwei Bereichen und kämpft weiterhin um die Anerkennung seiner bisherigen Karriere. Seine Erfahrung unterstreicht, wie Bildung und Arbeit Geflüchteten helfen können, neu anzufangen – vorausgesetzt, das System lässt es zu.






