Bayer zahlt 185 Millionen Dollar nach PCB-Vergiftung von Lehrern
Songül EigenwilligBayer zahlt 185 Millionen Dollar nach PCB-Vergiftung von Lehrern
Bayer muss 185 Millionen Dollar Schadensersatz an drei Lehrer zahlen, die in ihrer Schule giftigen PCBs ausgesetzt waren. Die Entscheidung fällt nach einem langjährigen Rechtsstreit über die schädlichen Auswirkungen der Chemikalie. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Folgen der Übernahme von Monsanto durch Bayer – jenes Unternehmens, das den inzwischen verbotenen Stoff herstellte.
Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Washington bestätigte die Schadensersatzforderung gegen Monsanto, eine Tochtergesellschaft von Bayer. Die Richter folgten damit der Argumentation, dass PCBs – in den USA seit 1977 verboten – bei den Lehrkräften schwere gesundheitliche Schäden verursacht hätten. Zwar stimmten drei der neun Richter gegen das Urteil, die Mehrheit entschied jedoch zugunsten der Kläger.
Bayer hat die meisten ähnlichen Fälle unter Ausschluss der Öffentlichkeit geregelt, sieht sich aber weiterhin mit acht anhängigen Berufungen aus derselben Schule konfrontiert. Dabei geht es um mehr als 200 zusätzliche Geschädigte, die Entschädigung fordern. Das Unternehmen prüft nun weitere rechtliche Schritte, um das aktuelle Urteil anzufechten.
Unterdessen verklagt Monsanto ehemalige PCB-Kunden im Bundesstaat Missouri, um die stetig steigenden Prozesskosten zurückzufordern. Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Bayers Aktienkurse unter Druck geraten – ein Zeichen für den wachsenden Druck der Aktionäre, die finanziellen und reputativen Schäden in den Griff zu bekommen.
Das Urteil zwingt Bayer, sich mit dem toxischen Erbe der Monsanto-Übernahme auseinanderzusetzen. Mit weiteren anstehenden Berufungsverfahren sind die juristischen und finanziellen Herausforderungen für das Unternehmen noch lange nicht bewältigt. Der Fall zeigt zudem, wie nachhaltig die Folgen von PCBs sind – Jahrzehnte nach ihrem Verbot.






