19 March 2026, 10:49

Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Kobolde, Hasen und Trachtenfiguren

Menschen in traditioneller bayrischer Tracht spielen auf der Straße Instrumente und gehen an Gebäuden, Pflanzen und einem Namensschild vorbei, mit einem Hügel und einem blauen Himmel im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Kobolde, Hasen und Trachtenfiguren

Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch Modelle mit lokalen Kultursymbolen ersetzt. Die Umstellung hat eine Debatte über Sicherheit und Tradition ausgelöst, wobei einige Kommunalverwaltungen trotz regionaler Vorbehalte voranschreiten.

München, Nürnberg und kleinere Orte wie Hof und Deggendorf zeigen an wichtigen Kreuzungen nun einzigartige Figuren – vom schelmischen Kobold bis zum berühmten Renaissance-Hasen. Während Anwohner die Änderungen oft begrüßen, sind die Behörden gespalten, was deren Rechtmäßigkeit und Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit betrifft.

Den Trend startete München, wo drei Ampeln im Stadtteil Lehel nun Pumuckl zeigen, den rothaarigen Kobold aus Kinderbüchern. Straubing folgte mit Bruder Straubinger, einer lokalen Faschingsfigur, während Dachau Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht installierte. Jedes Design benötigte die Genehmigung der Regionalregierungen, wobei die Verfahren unterschiedlich ausfielen.

Nürnberg ging noch einen Schritt weiter: Im Februar 2026 brachte die Stadt eine Ampel mit Albrecht Dürers Feldhasen in der Äußeren Laufer Gasse an – und zwar ohne vorherige Zustimmung der Regionalbehörden. Der Hase sitzt bei Rot und hüpft bei Grün, anlässlich des 555. Geburtstags des Künstlers. Oberbürgermeister Marcus König verteidigte die Entscheidung mit dem Hinweis, dass es keine Unfälle gegeben habe. Die Augsburger Kasperl-Ampel nahe dem Puppentheater hingegen erhielt erst nach einer Sondergenehmigung der schwäbischen Landesregierung grünes Licht.

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Auch kleinere Städte machen mit: Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, während Hof demnächst den Wärschtlamo, einen beliebten Würstchenverkäufer, als Ampelsymbol ehren wird. Das Hofer Projekt scheiterte zunächst an der Ablehnung der Behörden, erhielt später aber doch die Genehmigung – finanziert von der örtlichen SPD für rund 3.000 Euro. Dachau, ermutigt durch positive Rückmeldungen, plant eine Ausweitung der thematischen Ampeln; jede neue Schablone und jedes Design kostet etwa 300 Euro.

Das bayerische Innenministerium kritisiert den Trend und argumentiert, dass standardisierte Figuren eine sofortige Erkennbarkeit und damit Sicherheit gewährleisten. Allerdings liegt die Gestaltungshoheit bei den Kommunen – vorausgesetzt, die Regionalregierungen bestätigen im Einzelfall die Einhaltung der bundesweiten Verkehrsgesetze.

Die Hinwendung zu kulturell geprägten Ampeln spiegelt den wachsenden Wunsch wider, lokale Identität mit städtischer Infrastruktur zu verbinden. Während Städte wie Nürnberg und Dachau konsequent vorgehen, müssen andere Genehmigungsverfahren durchlaufen oder riskieren Gegenwehr von regionalen Behörden.

Vorerst bleiben die Ampeln installiert und werden hinsichtlich Sicherheit und öffentlicher Resonanz beobachtet. Ihre langfristige Zukunft könnte davon abhängen, ob die Designs für Fußgänger ebenso verständlich sind wie sie bei den Anwohnern beliebt sind.

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