23 March 2026, 00:31

Bergisch Gladbach diskutiert: Kann das Gasnetz mit synthetischem Gas klimafreundlich werden?

Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasserheizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Bergisch Gladbach diskutiert: Kann das Gasnetz mit synthetischem Gas klimafreundlich werden?

Rund 80 Personen nahmen in Bergisch Gladbach an einer Veranstaltung teil, die sich mit der Zukunft der Energieversorgung befasste. Organisiert von der Nachhaltigkeits-Arbeitsgruppe der CDU, stand die Zusammenkunft im Zeichen der kommunalen Wärmeplanung und von Energielösungen für Haushalte. Ein zentrales Thema war die Frage, ob das bestehende Gasnetz der Stadt für synthetisches Gas umgenutzt werden könnte.

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Dr. David Bothe, Direktor bei Frontier Economics und Autor einer aktuellen DIHK-Studie, präsentierte auf der Veranstaltung die Ergebnisse seiner Forschung. Seine Analyse zeigte die größten Hindernisse in der Energieversorgung auf – darunter hohe Kosten, technische Engpässe und öffentliche Vorbehalte gegen neue Lösungen.

Bothe skizzierte Grundprinzipien für eine nachhaltige Energiepolitik und plädierte für Technologieoffenheit, geringere Kosten, Innovationen sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Klimaschutz und Energiepolitik bezeichnete er als generationenübergreifende Herausforderung, die nur durch Teamarbeit, offenen Austausch und messbare Fortschritte zu bewältigen sei – immer im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz.

Im Fokus der Diskussion stand auch die mögliche Nutzung des Bergisch Gladbacher Gasnetzes für synthetische Kraftstoffe. Während die lokale politische Haltung dazu noch unklar ist, erlaubt die nationale Politik im Rahmen des reformierten Gebäudeenergiegesetzes den Transport klimafreundlicher Gase wie synthetischer Brennstoffe oder Biomethan durch die Gasnetze. Ab 2029 müssen neu installierte Heizsysteme mindestens 10 Prozent dieser Alternativen enthalten.

Die Debatte in Bergisch Gladbach fällt in eine Phase, in der bundesweit Kommunen nach Wegen für eine klimafreundlichere Wärmeversorgung suchen. Zwar gestattet die nationale Gesetzgebung mittlerweile den Transport synthetischer Gase über die Gasnetze, doch die konkrete Umsetzung vor Ort hängt von Machbarkeit und Kosten ab. Die Veranstaltung unterstrich, wie dringend praxistaugliche Lösungen benötigt werden, um Klimaziele zu erreichen – ohne die Energie für Verbraucher unerschwinglich zu machen.

Quelle