29 March 2026, 10:30

Böhmermanns neue Ausstellung: Provokation zwischen Butter-Kohl und Schredder-Maschine

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift 'Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré', das eine Gruppe von lachenden Menschen zeigt.

Böhmermanns neue Ausstellung: Provokation zwischen Butter-Kohl und Schredder-Maschine

Eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und seines Kollektivs Royal ist im Berliner Haus der Kulturen der Welt eröffnet worden. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" verbindet die Schau Provokation, Humor und Justizgeschichte in einer Reihe ungewöhnlicher Installationen. Bis zum 19. Oktober können Besucher unter anderem zerschnittenes Spielzeug oder eine Butterskulptur von Helmut Kohl erkunden.

Schon beim Betreten müssen Gäste ihre Handys an der Garderobe abgeben. Eine der ersten Stationen ist ein Fernrohr, das auf einen Spiegel gerichtet ist – und den Blick direkt ins Büro des benachbarten Bundeskanzlers freigibt. Daneben droht eine Maschine, alle 28 Minuten ein Stofftier zu schreddern, es sei denn, jemand zahlt für ein Foto mit dem bedrohlichen Objekt.

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Vor dem Gebäude thront eine aufblasbare Freiheitsstatue im Wasserbecken. Im Inneren steht eine lebensgroße Büste des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl – vollständig aus Butter gemeißelt – zwischen anderen skurrilen Exponaten. Die Ausstellung zeigt zudem KI-generierte Aktbilder des Politikers Friedrich Merz sowie Profilfotos von Nutzern, die Böhmermann online beleidigt haben.

Rechtsdokumente aus seinen vergangenen Gerichtsprozessen sind neben Souvenirs aus seiner TV-Karriere auf Podesten ausgestellt. Ein Nachbau des deutschen Einbürgerungstests lädt zum Mitmachen ein, während ein "TV-Garten für Indie-Kids" als Bühne für Künstlerauftritte dient. Die Mischung aus Satire, Technik und Absurdität sorgt bereits für Aufmerksamkeit – eine öffentliche Reaktion der Signa Group Real Estate oder ihres Gründers René Benko, die angeblich eingeladen wurden, bleibt jedoch aus.

Täglich bis zum 19. Oktober bietet die Schau einen chaotisch und doch präzise kuratierten Blick auf Meinungsfreiheit, Prominenz und Absurdität. Die Besucher hinterlassen ihre Handys, nehmen aber eine Mischung aus Amüsement, Unbehagen und Gesprächsstoff mit. Das Haus der Kulturen der Welt ist damit erneut zur Bühne für Debatte und Spektakel geworden.

Quelle