Mainzer Dreigroschenoper glänzt mit visueller Wucht und scharfem Brecht-Humor
Harro PohlMainzer Dreigroschenoper glänzt mit visueller Wucht und scharfem Brecht-Humor
Das Staatstheater Mainz inszeniert Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper mit visueller Wucht
Am 27. September 2025 brachte das Staatstheater Mainz Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper mit einem auffälligen visuellen Kniff auf die Bühne. Während sich das Stück im Inneren entfaltete, leuchtete die Fassade des Theaters mit projizierten Textpassagen aus dem berühmten Werk. Diese frische Interpretation unter der Regie von Jan Neumann verbindet Humor und Selbstironie, bleibt dabei aber dem scharfen Gesellschaftskommentar des Originals treu.
Im Mittelpunkt der Produktion steht Macheath, besser bekannt als "Mackie Messer", ein berüchtigter Verbrecher, gespielt von Henner Momann. Seine Heirat mit Polly Peachum, verkörpert von Maren Schwier, bringt ihn in Konflikt mit ihrem Vater, Jonathan Peachum – eine Rolle, die Holger Kraft mit überzeugender Ablehnung der Verbindung übernimmt und damit die Handlung in Gang setzt.
Ein besonderer Höhepunkt gelingt Anika Baumann, die Die Moritat von Mackie Messer mit glasklarer Sopranstimme zum Klingen bringt. Lieder wie dieses oder Die Seeräuber-Jenny zählen zu den unvergesslichen Momenten von Brechts bekanntestem Werk. Neumanns Regie setzt zudem Brechts eigene Widersprüche in Szene – seine Kapitalismuskritik neben seinem geschäftlichen Geschick – und verleiht der Aufführung so zusätzliche Tiefe.
Doch trotz des spielerischen Tons verliert das Stück nichts von seiner Schärfe. Die Tickets kosten zwischen 17,50 und 45,50 Euro, inklusive eines Getränkeguthabens. Vier weitere Vorstellungen sind 2025 geplant: am 2. Oktober, 12. Oktober, 2. November und 9. November. Für die Spielzeit 2026/27 sind Wiederaufnahmen vorgesehen, die genauen Termine stehen jedoch noch nicht fest.
Diese Inszenierung der Dreigroschenoper vereint Satire, Musik und visuelle Eleganz. Mit der begrenzten Spielzeit 2025 und den geplanten Revivals bleibt die Interpretation des Mainzer Ensembles von Brechts Meisterwerk ein Publikumsmagnet. Die Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik sichert dem Stück seine anhaltende Aktualität.






