Glasfaser-Ausbau in Deutschland schreitet voran – doch kaum einer nutzt ihn
Harro PohlTelekom verdient nicht genug an Glasfaser-Internet - Glasfaser-Ausbau in Deutschland schreitet voran – doch kaum einer nutzt ihn
Glasfaser-Internet breitet sich in Deutschland rasant aus – doch die meisten Haushalte nutzen es noch nicht. Bis Ende dieses Jahres werden rund 25 Millionen Haushalte, Unternehmen und Behörden Zugang zum Hochgeschwindigkeitsnetz haben. Trotz dieses Ausbaus hat jedoch nur ein kleiner Teil der berechtigten Nutzer auf Glasfaser-Tarife umgestellt.
Die Deutsche Telekom hat ihre Glasfaserkabel auf 11,8 Millionen Standorte bundesweit ausgeweitet und bleibt damit der größte Anbieter. Branchenangaben zufolge wird die Glasfaserabdeckung bis Ende 2024 etwa 14 Millionen deutsche Immobilien umfassen. Weitere wichtige Akteure sind Deutsche Glasfaser sowie kleinere regionale Anbieter.
Allein im dritten Quartal gewann die Telekom 155.000 neue "Fiber-to-the-Home"(FTTH)-Kunden hinzu. Dennoch bleibt die Nachfrage verhalten: Nur 16,1 Prozent der Haushalte mit Zugang haben einen Vertrag abgeschlossen. Vorstandsvorsitzender Tim Höttges bezeichnete diese Quote als "viel zu niedrig" und betonte, dass sich zwar die Investitionen auszahlen, die Monetarisierung jedoch zu langsam voranschreite.
Ein großes Hindernis ist die schwierige Verlegung von Glasfaser in Mehrfamilienhäusern. Höttges kritisierte, dass große Vermieter Gebühren für die Installation verlangen und viele Mieter so selbst dann keinen Anschluss erhalten, wenn die Leitungen bereits am Gebäude vorbeiführen. Er forderte die Politik auf, die Prozesse zu vereinfachen.
Auch Finanzvorstand Christian Illek äußerte sich frustriert über die zögerliche Umstellung. Die meisten deutschen Haushalte setzen weiterhin auf ältere Internet-Technologien wie Telefonleitungs-DSL (VDSL) oder Kabel-TV-Netze, statt auf Glasfaser umzusteigen.
Bis Ende 2024 wird das Glasfasernetz etwa die Hälfte aller deutschen Immobilien abdecken, wobei die Telekom den größten Anteil bedient. Doch mit nur 16,1 Prozent angeschlossener Nutzer steht das Unternehmen vor der Herausforderung, die Akzeptanz zu beschleunigen. Sowohl Anbieter als auch Regulierungsbehörden setzen daher weiter auf schnellere Ausbauraten und klarere politische Rahmenbedingungen.






