29 March 2026, 16:36

Jürgen Thebrath – ein legendärer Investigativjournalist geht von uns

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre zeigt.

Trauer um TV-Journalist Jürgen Thebrath - Jürgen Thebrath – ein legendärer Investigativjournalist geht von uns

Jürgen Thebrath, ein renommierter Fernsehjournalist, der durch seine investigativen Recherchen bekannt wurde, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Seine Karriere umfasste mehrere Jahrzehnte beim WDR und der ARD, wo er zu einer prägenden Figur bei der Aufdeckung von Missständen und der Gestaltung öffentlicher Debatten wurde. Kollegen erinnerten sich an ihn als unermüdlichen Reporter, der die Mächtigen zur Verantwortung zog.

Geboren 1947 in Essen, begann Thebrath seine journalistische Laufbahn beim WDR und stieg schließlich zum stellvertretenden Fernseh-Chefredakteur auf. Von 1985 bis 1991 arbeitete er als Redakteur für das ARD-Investigativmagazin Monitor und erwarb sich einen Ruf für akribische Recherchen und scharfsinnige Analysen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Einer seiner einflussreichsten Beiträge gelang ihm 1987, als er eine Verunreinigung von frischem Hering mit Nematodenlarven aufdeckte. Die Enthüllung führte zu einem drastischen Rückgang des Fischkonsums in Westdeutschland und veranlasste strengere Hygienevorschriften für die Fischereiindustrie. Für seine Arbeit an dieser Geschichte erhielt er zwei Grimme-Preise für herausragenden Journalismus.

Neben seiner investigativen Tätigkeit leitete Thebrath die ARD-Auslandsstudios in New York und Brüssel. Zudem übernahm er internationale Aufgaben, darunter eine Tätigkeit als ARD/WDR-Korrespondent in den USA. Nach einer langen Karriere ging er 2011 in den Ruhestand, blieb aber eine angesehene Stimme in den deutschen Medien.

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn beschrieb Thebrath als einen Journalisten, der von einem tiefen Engagement geprägt war, die Mächtigen kritisch zu hinterfragen. Seine Kollegen lobten seine Fairness, Präzision und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen.

Thebrath starb am 10. November, wie der Westdeutsche Rundfunk bestätigte. Sein Erbe umfasst bahnbrechende Recherchen, strengere Lebensmittelsicherheitsgesetze und einen nachhaltigen Einfluss auf den deutschen Journalismus. Viele erinnern sich an ihn als einen furchtlosen Reporter, der durch seine Arbeit das öffentliche Bewusstsein prägte.

Quelle