Solingen streitet über Fahrradrouten: 270 Parkplätze drohen zu verschwinden
Harro PohlSolingen streitet über Fahrradrouten: 270 Parkplätze drohen zu verschwinden
Pläne zum Ausbau von Fahrradrouten in Solingen stoßen auf massiven Widerstand – sowohl bei ansässigen Unternehmen als auch bei Anwohnern. Die geplante Veloroute 2 und die Umgestaltung des Ohligser City-Rings könnten über 270 Parkplätze kosten, was Befürchtungen über wirtschaftliche Schäden schürt. Kritiker werfen der Stadt vor, keine praktikablen Alternativen für Autofahrer, Kundschaft oder Lieferverkehr anzubieten.
Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen zwei zentrale Projekte: die Fahrradschnellverbindung Veloroute 2 und die Neugestaltung des City-Rings in Ohligs. Nach aktuellen Plänen sollen allein in der Nähe des Rings mehr als 70 Stellplätze entfallen, entlang der Merscheider Straße weitere 200. Die Stadtverwaltung verweist auf Park-and-Ride-Anlagen am Stadtrand oder die Umnutzung von Brachflächen – doch diese Vorschläge konnten die Sorgen bisher kaum lindern.
Lokale Unternehmer fürchten, dass weniger Parkmöglichkeiten Kunden vertreiben. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, betont, wie entscheidend bequeme Parkplätze für Einzelhändler und Dienstleister seien. Ohne sie drohten, so ihre Warnung, ernste wirtschaftliche Folgen.
Die MIT Solingen kritisiert zudem, dass Betroffene nicht frühzeitig und umfassend einbezogen wurden. Der Verband moniert, die Stadt habe keine tragfähigen Lösungen für Kundenparkplätze oder Lieferverkehr vorgelegt. Zudem gibt es Bedenken, dass die Veloroute 2, die an mehreren Bushaltestellen vorbeiführt, Verzögerungen im ÖPNV verursachen könnte.
Als Reaktion fordert die MIT die Politik auf, die Pläne grundlegend zu überdenken. Gefragt sei ein ausgewogener Ansatz, der die Bedürfnisse von Autofahrern, Unternehmen und der Gesamtwirtschaft berücksichtigt.
Die Diskussion um den Parkplatzverlust in Solingen bleibt vorerst ungelöst. Allein entlang der Merscheider Straße sollen 22 weitere Stellplätze wegfallen – Unternehmen und Anwohner pochen weiterhin auf bessere Alternativen. Die Stadt steht nun unter Druck, diese Bedenken zu adressieren, bevor die Fahrradinfrastruktur-Projekte vorangetrieben werden.






