19 March 2026, 14:46

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Balkendiagramm, das die Anzahl der Menschen zeigt, die in Deutschland mit Krebs diagnostiziert wurden, mit begleitendem erklärendem Text.

Hausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Offizielle Zahlen zeigen, dass in der Region Westfalen-Lippe nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner kommen – damit liegt sie auf dem letzten Platz unter allen kassenärztlichen Vereinigungen Deutschlands. Kritiker machen die Landesregierung für das wachsende Versorgungsdefizit verantwortlich.

Wie das Bundesärzteregister bestätigte, belegt Westfalen-Lippe im bundesweiten Vergleich den letzten Rang. Baden-Württemberg, die zweitschlechteste Region, verfügt immerhin noch über rund 64 Hausärzte pro 100.000 Einwohner. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Lisa-Kristin Kapteinat bezeichnete die Zahlen als Beleg für die "mangelhafte Leistung" von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Laumann wies die Vorwürfe zurück und verwies stattdessen auf Versäumnisse früherer SPD-geführter Regierungen. Die aktuelle Krise sei das Ergebnis jahrzehntelanger Vernachlässigung, argumentierte er. Sein Ministerium betonte ein 2009 gestartetes Programm, das mit über 1.000 neu gegründeten Hausarztpraxen in unterversorgten Gebieten NRWs zur Verbesserung beigetragen habe – wobei 80 Prozent der Fördergelder nach Westfalen-Lippe geflossen seien.

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Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, führte NRW eine Landarztquote ein. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin verpflichtet, nach ihrem Abschluss zehn Jahre lang in der Region zu arbeiten. Allerdings werden die ersten dieser Ärzte erst 2030 ihre Praxen eröffnen.

Zwar soll die Landarztquote langfristig die Hausarztversorgung sichern, doch bis die ersten Absolventen 2030 ihren Dienst aufnehmen, wird Westfalen-Lippe weiterhin mit erheblichen Versorgungslücken kämpfen. Die geringen Hausarztzahlen bleiben für Politik und Bevölkerung eine drängende Herausforderung.

Quelle