Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um Betreuungsplätze vor Ort
Adelinde WalterWillich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um Betreuungsplätze vor Ort
Zwei geplante Kitas in Willich fallen weg – Eltern fordern Lösungen
In Willich wurden zwei geplante Kindertageseinrichtungen aufgrund sinkender Nachfrage und knapper Haushaltsmittel gestrichen. Der Beschluss folgt auf einen Rückgang der angemeldeten Kinder um 15 Prozent seit 2021: Die Zahlen sanken von 2.800 auf 2.380. Eltern und Initiativen drängen die Stadt nun auf Antworten, wie der verbleibende Betreuungsbedarf gedeckt werden soll.
Als Gründe für den Rückgang der Anmeldungen nennen Stadtvertreter mehrere Faktoren: sinkende Geburtenzahlen, die Zunahme von Homeoffice nach der Pandemie sowie finanzielle Unsicherheit hätten dazu geführt, dass sich manche Familien auf Großeltern oder andere Betreuungsformen verlassen. Daraufhin bleibt nur noch ein neues kommunales Projekt in Planung – das generationenübergreifende Zentrum Reinershof. Dort soll die Kita Alperof integriert werden, doch Fragen zur Finanzierung, insbesondere wegen der Beteiligung eines externen Investors, sind noch ungeklärt.
Elternvertretungen zeigen sich zunehmend verärgert über die mangelnde Kommunikation. Am 6. März hatten Vertreter der Kita Alperof und des Fördervereins einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt – ohne Antwort. Nun wird ein zweites Schreiben vorbereitet, in dem die städtische Begründung infrage gestellt wird, wonach längere Anfahrtswege zu den Kitas unvermeidbar seien.
Als Reaktion darauf wurde die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen, um die Bedeutung von Betreuungsangeboten vor Ort zu betonen. Die Initiatoren argumentieren, dass Kitas im Stadtteil Stress für Familien verringern und den Zugang erleichtern. Zudem haben sie den Bürgermeister zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen, in der nachhaltige Lösungen gefunden werden sollen, bevor weitere Kürzungen beschlossen werden.
Mit zwei gestrichenen Projekten und nur einer neuen Einrichtung in Planung steht Willich vor einem ausgedünnten Betreuungsnetz. Die Stadt verweist auf gesellschaftliche Veränderungen – doch die Eltern bestehen auf konkrete Pläne. Ob es zu alternativen Regelungen kommt, wird sich im Dialog mit Bürgermeister Pakusch zeigen.






