22 March 2026, 00:40

Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus beginnt trotz massiver Proteste

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Laternenpfahl, Fahnen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus beginnt trotz massiver Proteste

Deutschland treibt die Pläne voran, 152 Castor-Behälter mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus zu transportieren – trotz anhaltender Proteste. Die ersten Lieferungen sollen bereits nächste Woche beginnen und setzen damit einem langen politischen und juristischen Streit ein Ende. Unterdessen gewinnt die Debatte über Kernenergie in Europa wieder an Fahrt, darunter auch die Diskussion über kleine modulare Reaktoren (SMR).

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Der Atommüll lagert seit der Abschaltung des Versuchsreaktors 1988 in Jülich. Vierzig Jahre lang wurde das radioaktive Material dort aufbewahrt, doch die genehmigte Zwischenlagerstätte am Standort ist seit 2013 ohne gültige Betriebserlaubnis. Behörden und Forschungszentrum weigern sich, den Müll länger vor Ort zu belassen, und drängen auf eine Verlegung.

Der Transportplan sieht mehr als 50 Einzeltransporte nach Ahaus vor – obwohl auch dort die Genehmigung 2036 ausläuft. Lokale Gegner, darunter die Stadt Ahaus und Anti-Atomkraft-Aktivisten, hatten versucht, die Verlegung zu blockieren, scheiterten jedoch mit ihren Klagen. Ungeklärt bleibt, wo der Müll endgültig endgelagert werden soll; die langfristige Lösung steht weiterhin aus.

In Deutschland flammt die Atomdebatte erneut auf, nicht zuletzt durch Impulse von EU-Spitzenpolitikern wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden als mögliche Lösung diskutiert, doch weltweit ist noch keiner in Betrieb. Von 66 im Bau befindlichen Reaktoren Anfang 2026 entfallen nur vier auf SMR – je zwei in China und Russland. Europa plant 15 SMR-Projekte, doch mit dem Bau wurde noch nicht begonnen; die EU strebt eine Inbetriebnahme in den frühen 2030er-Jahren an.

Trotz ungelöster Endlagerfragen und öffentlichem Widerstand wird der Atommülltransport wie geplant durchgeführt. Deutschlands erneutes Interesse an Kerntechnologie, einschließlich SMR, spiegelt die europäische Energiedebatte wider. Konkrete Fortschritte gibt es jedoch weder bei der Entsorgung des Abfalls noch bei neuen Reaktorprojekten.

Quelle